Naturschutz

Große Lauter zum Naturwunder 2019 gewählt

Die Große Lauter im Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde zum Naturwunder 2019 gekürt. Sie setzte sich bei der Abstimmung von EUROPARC Deutschland und der Heinz Sielmann Stiftung gegen elf weitere Kandidaten durch.

Die Große Lauter: Einzigartiger Fluss in der Karstlandschaft

Die Große Lauter erstreckt sich über 37 Kilometer, bevor sie in die Donau mündet. Sie ist ein Beispiel für das Vorkommen von Oberflächenwasser in der Schwäbischen Alb, einer Region, in der Wasser im Karstgebiet üblicherweise schnell versickert. Das Wasser sammelt sich unterirdisch und tritt als Karstquellen wieder an die Oberfläche, die Bäche und Flüsse speisen.

Der Flusslauf der Großen Lauter ist geprägt von Felsen, Wacholderheiden und Höhlen. Kleine Wasserfälle unterbrechen den Fluss. Hier finden seltene und gefährdete Tierarten einen Lebensraum. Biber bauen Burgen an den Ufern, die Wasseramsel sucht zwischen Steinen nach Insekten und der Eisvogel fliegt am Ufer entlang. Am Gewässergrund filtern Bachmuscheln das Wasser, in dem auch Groppe und Bachforelle vorkommen. Im Sommer blühen an den Ufern auf den Feuchtwiesen Pflanzen wie Gelber Gilbweiderich, Rosa Blutweiderich und Weißes Mädesüß.

Wir gratulieren zum Titel Naturwunder 2019. Als Teil der Nationalen Naturlandschaften ist das Biosphärengebiet Schwäbische Alb ein Hotspot der biologischen Vielfalt, nicht nur einzelne Arten stehen im Fokus, sondern die Vielfalt an Ökosystemen sowie die Menschen, die dort leben, arbeiten und die Natur genießen. Intakte, wassergebundene Lebensräume sind eine bedeutende Lebensgrundlage. Sie zu schützen und zu erhalten ist daher eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Biosphärengebiet Schwäbische Alb als Modellregion für Naturschutz

Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wurde im Mai 2009 von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Die Auszeichnung der Großen Lauter als Naturwunder 2019 fällt in das zehnjährige Jubiläum dieser Anerkennung.

Biosphärenreservate dienen als Modellregionen, in denen das Zusammenleben von Mensch und Natur erprobt und entwickelt wird. Sie schützen Kulturlandschaften und erhalten sowie entwickeln Lebensräume. Durch die Förderung eines ausgewogenen Verhältnisses zwischen menschlicher Nutzung und natürlichen Kreisläufen tragen sie zur regionalen Wertschöpfung bei.

05.08.2019

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