Frühe Pollenbelastung durch die Purpurerle
Im Winter werden Schnupfensymptome häufig einer Erkältung zugeschrieben. Doch auch in dieser Jahreszeit kann Pollenflug Allergien auslösen. Eine Baumsorte, die Purpurerle (Alnus spaethii), kann bereits im Dezember Allergikern Beschwerden bereiten.
Ein Schweizer Forscherteam untersuchte in den Jahren 1986 und 2006 allergische Symptome bei 15-jährigen Schulkindern in Grabs, Schweiz. Dabei wurde festgestellt, dass Kinder der späteren Untersuchung häufiger auf Erlenpollen reagierten. Pollenflugmessungen zeigten eine erhöhte und verfrühte Pollenbelastung durch Erlenpollen in der Region.
Als Ursache wurde die Pflanzung von 96 Purpurerlen Anfang der 2000er Jahre in der nahegelegenen Stadt Buchs identifiziert.
Besondere Merkmale der Purpurerle
Die Purpurerle ist eine Kreuzung aus japanischer und kaukasischer Erle. Sie wurde Anfang des 20. Jahrhunderts gezüchtet und ist wegen ihrer Blätter und ihres schnellen Wachstums in Städten verbreitet. Im Vergleich zur heimischen Erle gilt sie als witterungsresistenter.
Wissenschaftler vermuten, dass diese Eigenschaft dazu führt, dass sie bereits Ende Dezember zu blühen beginnt, etwa zwei Monate vor der heimischen Erle. Weitere Faktoren wie der Klimawandel und städtische Beleuchtung könnten ebenfalls eine Rolle spielen.
Handlungsempfehlungen für Kommunen
Städte und Kommunen könnten bei der Neuanlage von Alleen oder Parks auf die Purpurerle verzichten, um die Belastung für Allergiker zu reduzieren.
