Herausforderungen und innovative Lösungen für Arbeitsmaschinen
Die Elektrifizierung von Fahrzeugen schreitet voran, doch bei Arbeitsmaschinen stellt der Elektroantrieb aufgrund begrenzter Batteriekapazitäten und knappen Bauraums weiterhin eine Herausforderung dar. Ein Entwicklungskonsortium namens „Muffel+“, bestehend aus vier Unternehmen, darunter Holder, und drei Forschungseinrichtungen, hat sich dieser Problematik angenommen.
Ziel des Konsortiums ist die Entwicklung einer skalierbaren elektrischen Antriebseinheit. Diese soll in Multifunktionsfahrzeuge integrierbar sein und sich auch für andere Arbeitsgeräte eignen. Da Arbeitsmaschinen oft unter extremen Bedingungen und mit hohem Leistungsbedarf operieren, basiert das aktuelle Konzept auf einem Range-Extender-Prinzip. Bei unzureichendem Ladezustand der Batterie schaltet sich ein Dieselaggregat der Abgasstufe 5 zu, um die Batterie zu speisen. Dies reduziert den Gesamtschadstoffausstoß, da der Betrieb überwiegend elektrisch erfolgt. Der Verbrennungsmotor kann dabei im optimalen Arbeitspunkt betrieben werden, was zu geringstmöglichem Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch führt.
Zukunftsperspektiven und Praxistests
Das Entwicklungsvorhaben ist auf zukünftige Anpassungen ausgelegt. Der Verbrennungsmotor könnte bei entsprechender Marktentwicklung durch alternative Energiequellen wie Brennstoffzellen ersetzt werden. Erste Tests auf dem Prüfstand der Hochschule Aalen haben die Funktionsfähigkeit des Konzepts bestätigt. In den kommenden Wochen ist der Einbau in ein Serienfahrzeug von Holder sowie umfangreiche Tests geplant. Das Fahrzeugkonzept ist auf Skalierbarkeit ausgelegt und lässt sich auf weitere Fahrzeugtypen und -klassen adaptieren.
Interessierte Unternehmen können dem Industriearbeitskreis beitreten, der das Projekt begleitet. Die Achsfunktion kann an der Hochschule Aalen besichtigt werden. „Muffel+“ ist Teil des Innovationsnetzwerks e-mobility, das von der EurA AG geführt wird. Dieses Netzwerk zielt darauf ab, die mittelständische Zulieferindustrie in Deutschland für die Anforderungen der Elektromobilität zu qualifizieren.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert „Muffel+“ im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-NetC“ mit rund 2,1 Millionen Euro. Für weitere Informationen zum Projekt und zum Industriearbeitskreis können sich Interessenten an EurA wenden.
