Digitales Lernen und seine Potenziale im GaLaBau
Der erste Veranstaltungstag konzentrierte sich auf digitales Lernen. Vorträge zeigten, wie Lerninhalte mittels Quiz, digitalen Lernkarten und Apps zeitgemäß und spielerisch vermittelt werden können. Sowohl Auszubildende als auch junge Meister, die bereits selbst ausbilden, zeigten sich begeistert. Die Teilnehmer betonten, dass diese Methoden das Lernen in der Gruppe fördern und durch spielerischen Wettbewerb die Lernmotivation steigern können.
Anhand von selbst erstellten Rätseln zu Maschinentechnik und Pflanzenkenntnissen wurde der Lerneffekt für Ersteller und Nutzer demonstriert. Die Rolle des Ausbilders sollte sich dabei auf die Kontrolle der Lerninhalte beschränken, um die Motivation der Auszubildenden nicht zu mindern.
Die Diskussion umfasste auch die Grenzen digitaler Lernanwendungen. Einigkeit bestand darin, dass digitale Medien zwar wichtige Impulse für das Erlernen von Pflanzen liefern, die praktische Pflanzenkunde am Objekt jedoch nicht vollständig ersetzen können. Digitale Lernanwendungen dienen somit als Ergänzung der klassischen Ausbildung und ermöglichen selbstständiges oder gruppenbasiertes Lernen, unabhängig von Ort und Zeit.
Drohnentechnik und digitale Visualisierung im Landschaftsbau
Der zweite Tag widmete sich der Drohnentechnik und digitalen Visualisierung. Eine Musterfläche wurde mittels Drohne digitalisiert, und die Ergebnisse wurden über VR-Brillen (Virtual Reality) dargestellt. Die Teilnehmer zeigten sich beeindruckt vom geringen Aufwand und den guten Ergebnissen der Befliegung.
Besonders die realitätsnahe Darstellung von Gestaltungsideen wurde als Möglichkeit hervorgehoben, positive Emotionen beim Kunden zu wecken und Dienstleistungen besser zu vermitteln. David Ries von DATAflor gab Einblicke in die Möglichkeiten und Grenzen des digitalen Aufmaßes, das aus automatisch aufgenommenen Drohnenfotos dreidimensionale Ansichten generiert.
Am Beispiel des LVG-Geländes wurde aufgezeigt, wie Vegetation die Genauigkeit von Flächengrenzen beeinträchtigen kann und wie Überlagerungen von Drohnenfotos zu Verzerrungen führen. Eine Kalibrierung mit realen Maßen im Gelände kann die Genauigkeit jedoch deutlich erhöhen. Für sehr hohe Genauigkeitsanforderungen sind weiterhin professionelle Dienstleister mit spezieller Drohnentechnik erforderlich. Die vorgestellten digitalen Geländemodelle hinterließen bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck.
Mobile Zeiterfassung als Einstieg in die Digitalisierung
Abschließend präsentierten Herr Ries und Herr Kolodziej von der Gartengestaltung Kolodziej GmbH & Co.KG Softwarelösungen zur mobilen Zeiterfassung. Hierbei wurde deutlich, dass der Einsatz digitaler Technik stets eine individuelle Anpassung an die betrieblichen Voraussetzungen und Bedürfnisse erfordert. Die mobile Zeiterfassung, aufgrund ihrer relativ einfachen Implementierung, eignet sich besonders gut für den Einstieg in die Digitalisierung des Betriebsalltags.
Die Teilnehmer konnten zahlreiche Eindrücke zum aktuellen Stand digitaler Technik für ihre Betriebe gewinnen. Der kollegiale Austausch während der Veranstaltung und in der Heidelberger Altstadt bot zusätzliche Impulse.
Das Netzwerk junger Landschaftsgärtner bietet eine GaLaBau-CAMP-Gruppe auf der Lernplattform der LVG Heidelberg an, um den Gedankenaustausch fortzusetzen. Interessenten, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten, aber am Einsatz digitaler Technik im Garten- und Landschaftsbau interessiert sind und den Austausch mit anderen jungen Landschaftsgärtnern, Meistern, Technikern und Ingenieuren suchen, sind eingeladen, sich zu beteiligen.


