Naturschutz

Dürre-Check-Online: Bayerns Informationsdienst gegen Wasserknappheit

Bayern erweitert sein Vorsorgekonzept gegen Trockenheit mit dem Niedrigwasserinformationsdienst (NID). Dieser Schritt soll den Herausforderungen des Klimawandels begegnen und frühzeitig vor Wasserknappheit warnen.

Niedrigwasserinformationsdienst als Antwort auf den Klimawandel

Auch das Wasserland Bayern muss sich auf immer trockenere Sommer einstellen. Bis 2050 rechnen Klimaforscher mit einem Temperaturanstieg um weitere 1,7 Grad. Im Sommer könnte es um ein Fünftel weniger regnen.

Der neue, bayernweite "Dürre-Check" bietet ab sofort online Informationen zu Niederschlägen, Grundwasserständen, Wassertemperaturen sowie Wasserständen an Flüssen und Seen. Diese aufbereiteten Daten sollen Wasserversorgern, der Landwirtschaft, der Wirtschaft und dem Tourismus eine frühzeitigere Erkennung bevorstehender Wasserknappheit ermöglichen und somit die Einleitung von Vorsorgemaßnahmen beschleunigen.

Kommunen können beispielsweise das Rasensprengen einschränken, Landwirte ihre Bewässerung anpassen und wasserintensive Industriebetriebe ihre Produktion umstellen. Der "Dürre-Check" zielt auch darauf ab, die Bürgerinnen und Bürger für einen sparsamen Umgang mit Wasser zu sensibilisieren.

Strategien des Wasserressourcenmanagements in Bayern

Bayern begegnet dem Klimawandel mit einem vielschichtigen Wasserressourcenmanagement. Knapp die Hälfte der 23 staatlichen Talsperren dient dazu, bei Trockenheit den Abfluss von Bächen und Flüssen zu verbessern. Die mittelfränkischen Speicherseen im Überleitungssystem pumpen Wasser aus dem wasserreichen Donaugebiet über die Wasserscheide in das wasserärmere Maingebiet.

Insgesamt stehen derzeit 150 Millionen Kubikmeter Wasser für die Niedrigwasseraufhöhung zur Verfügung.

Bayernweit wird wertvolles Wasser für Trockenzeiten gespeichert. Zum Beispiel im Sylvensteinspeicher - ohne sein Wasser hätte man im Jahrhundertsommer 2003 die Isar wohl zu Fuß durchqueren können.

Neben der Wasserführung der Flüsse wird auch die Trinkwasserversorgung für längere Trockenperioden vorbereitet. Derzeit wird geprüft, ob durch den Verbund lokaler Anlagen, insbesondere im ländlichen Raum, eine höhere Flexibilität erreicht werden kann. Eine Überprüfung der Grundwasservorkommen in Bayern soll zudem ein Gesamtbild der verfügbaren Trinkwasserreserven liefern.

03.09.2008

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