Technologische Anpassungen und die Notwendigkeit von Harnstofflösung
Während Dieselmotoren früher nur einen Betriebsstoff benötigten, haben sich die Anforderungen durch neue Vorschriften geändert. Ein moderner Dieselmotor arbeitet verbrauchsarm und nahezu rußfrei durch eine „heiße“ Verbrennung. Dies führt jedoch zu einem erhöhten Ausstoß von Stickoxiden. Um aktuelle und zukünftige Grenzwerte einzuhalten, ist ein Katalysator zur Stickoxidreduktion unerlässlich. Dieser sogenannte SCR-Katalysator arbeitet effizient in Verbindung mit der Einspritzung einer 32-prozentigen Harnstofflösung in das Abgas. Die eingespritzte Menge beträgt in der Regel 2 bis 8 Prozent der Dieselmenge und reduziert die Schadstoffe nahezu vollständig.
Der Einsatz eines SCR-Katalysators erfordert jedoch, dass neben Diesel stets Harnstofflösung, bekannt als AUS32 oder unter dem Markennamen AdBlue, getankt wird.
Sicherstellung der Betriebsstoffversorgung
Die gesetzlichen Bestimmungen zu Schadstoffgrenzwerten regeln auch, wie ein Motor bei fehlendem Reinigungsadditiv Harnstoff weiterbetrieben werden darf. Je nach Einsatzgebiet führt dies entweder zum Stillstand des Motors oder zu einer deutlich reduzierten Leistung im Notbetrieb. In beiden Fällen kann der Motor seine vorgesehene Aufgabe nicht mehr erfüllen. Besonders bei Einsätzen abseits der üblichen Infrastruktur, beispielsweise bei Pumpen, Generatoren, Bau-, Forst- und Landwirtschaftsgeräten sowie Fahrzeugen, muss sichergestellt sein, dass beide Betriebsstoffe stets vor Ort verfügbar sind.
Da neu angeschaffte Motoren den Abgasvorschriften entsprechen müssen, verschärft sich diese Problematik zunehmend. Aktuell werden die noch wenigen modernen Fahrzeuge oder Aggregate meist aus Kanistern oder mobilen Tanks mit AdBlue versorgt. Mit steigendem Verbrauch wird es jedoch schwieriger, die Diesel- und Harnstoffversorgung optimal aufeinander abzustimmen. Eigenbedarfstankstellen für Diesel und Harnstofflösung bieten hier eine Lösung für die optimale Versorgung von mobilen Tanks und ermöglichen zudem günstigere Einkaufspreise.
Kombitanks als effiziente Lösung
Eine Möglichkeit, die Herausforderung der Bereitstellung unterschiedlicher Betriebsstoffe mit variierendem Verbrauch zu meistern, sind Kombitanks. Diese bestehen aus zwei separaten Tanks, die in einem gemeinsamen Auffangbehälter untergebracht sind. Die Volumina der einzelnen Innentanks sind so aufeinander abgestimmt, dass eine mobile Tankanlage bei üblichem Verbrauch bis zuletzt sowohl Kraftstoff als auch Additiv spendet. Dies gewährleistet den kontinuierlichen Betrieb der versorgten Motoren. Ein weiterer Vorteil der Kombitanks ist die vereinfachte Logistik, da stets beide Stoffe zur Verfügung stehen und die Notwendigkeit, zwei unterschiedliche Tanks zu verwalten und exakte Mengen zu berechnen, entfällt.
Angesichts der sukzessiven Erneuerung von Maschinen- und Fuhrparks, die zunehmend Versorgungsstellen mit Bedarf an zwei Betriebsstoffen schaffen, stellt eine frühzeitige Anpassung des Versorgungskonzepts eine zukunftsgerichtete Investition dar, die sich wirtschaftlich rechnet.

