Baumaschinen und Baugeräte, Motoren und Antriebstechnik

JCB Hydromax startet Testprogramm für Wasserstoff-Weltrekordversuch

Mit dem Hydromax verfolgt JCB das Ziel eines neuen Wasserstoff-Geschwindigkeitsweltrekords. Das 1.600 PS starke Rekordfahrzeug absolviert derzeit Testfahrten in Großbritannien, während parallel die ersten wasserstoffbetriebenen JCB-Baumaschinen in Serie gefertigt werden.

Wasserstoffbetriebenes Rekordfahrzeug absolviert erste Tests vor den FIA-Läufen in Bonneville

JCB treibt die Entwicklung wasserstoffbetriebener Antriebstechnologien weiter voran und hat mit dem JCB Hydromax ein speziell entwickeltes Rekordfahrzeug in die Testphase geschickt. Das Fahrzeug wird von zwei wasserstoffbetriebenen JCB-Verbrennungsmotoren angetrieben und soll in Bonneville im US-Bundesstaat Utah einen offiziellen Geschwindigkeitsweltrekord für Wasserstofffahrzeuge aufstellen.

Nach der Vorstellung des Projekts am Unternehmenssitz in Staffordshire wurde der Hydromax innerhalb weniger Wochen fertiggestellt. Aktuell absolviert das Fahrzeug umfangreiche Erprobungsfahrten auf dem Militärflugplatz RAF Wittering in England. Dabei erreichte Testfahrer Wing Commander Andy Green OBE bereits eine Geschwindigkeit von 285 km/h.

Wasserstofftechnologie aus dem Maschinenbau

Der Rekordwagen wird von zwei wasserstoffbetriebenen Verbrennungsmotoren aus eigener Entwicklung angetrieben. Die Aggregate leisten zusammen 1.600 PS und basieren auf derselben Technologie, die JCB inzwischen auch in Serienmaschinen einsetzt. Parallel zum Rekordprojekt rollen bereits erste Baumaschinen mit Wasserstoffmotoren vom Band.

JCB hat nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Pfund in die Entwicklung wasserstoffbetriebener Verbrennungsmotoren investiert. Die Technologie soll eine Alternative zu konventionellen Antrieben bieten und gleichzeitig die bekannten Eigenschaften leistungsstarker Arbeitsmaschinen erhalten.

Vor zwölf Monaten bestand dieses Fahrzeug lediglich aus technischen Zeichnungen und Ideen unserer Ingenieure. Heute ist es Realität, fährt aus eigener Kraft und wird bereits getestet. Das Team hat großartige Arbeit geleistet, um uns so weit zu bringen. Jetzt richtet sich unser Fokus auf die eigentliche Herausforderung: einen Wasserstoff-Weltrekord in Bonneville aufzustellen.

So beschreibt JCB-Chairman Lord Anthony Bamford den aktuellen Entwicklungsstand des Projekts.

Mehr als 150.000 Arbeitsstunden Entwicklungsaufwand

Die technische Entwicklung des Fahrzeugs wurde von einem Team aus JCB sowie den Partnerunternehmen Prodrive, Ricardo und Xtrac umgesetzt. Insgesamt flossen mehr als 150.000 Arbeitsstunden in Konstruktion, Entwicklung und Aufbau des Rekordwagens.

Mehr als 150.000 Arbeitsstunden haben uns bis hierher gebracht. Nun beginnt die Phase, in der wir herausfinden, wie sich das Fahrzeug tatsächlich verhält und nicht nur, wie wir es berechnet haben. Jeder Testlauf, jedes Auftanken und jeder Reifenwechsel, den wir hier in Großbritannien absolvieren, ist eine Aufgabe, die unser Team auf den Salt Flats nicht zum ersten Mal bewältigen muss. Unser Ziel ist einfach: Wir wollen voll vorbereitet in Bonneville ankommen, mit einem Auto und einer Crew, die genau wissen, was sie tun.

Mit diesen Worten beschreibt Entwicklungsleiter Ryan Ballard die aktuelle Testphase.

Seriennahe Technik mit hoher Leistung

Der 9,75 Meter lange Hydromax wurde mit einem konsequent auf Gewicht und Effizienz ausgelegten Konstruktionskonzept entwickelt. Rund ein Kilometer Kabel verläuft durch das Fahrzeug. Zusätzlich kommen zahlreiche 3D-gedruckte Bauteile zum Einsatz, um Gewicht und Platzbedarf zu reduzieren.

Bemerkenswert ist die Nutzung seriennaher Komponenten. So stammt die Kurbelwelle aus den JCB-Wasserstoff- und Dieselmotoren der 448er-Baureihe. Gleichzeitig stellt die hohe Leistung von 1.600 PS besondere Anforderungen an Kühlung und Thermomanagement.

Allein die Kolben benötigen pro Sekunde rund einen Liter Kühlöl. Speziell entwickelte Auslassventile bewältigen die hohen Temperaturen der Wasserstoffverbrennung. Die Titan-Turbolader drehen mit mehr als 150.000 Umdrehungen pro Minute und arbeiten bei Temperaturen von nahezu 300 Grad Celsius.

Emissionen bestehen überwiegend aus Wasser

Trotz der hohen Leistung fallen die Emissionen des Fahrzeugs gering aus. Für einen vollständigen Rekordlauf benötigt der Hydromax etwas mehr als zwei Kilogramm Wasserstoff. Dabei entstehen nach Angaben von JCB rund 18 Liter Wasser.

Die laufenden Tests überprüfen sämtliche Systeme unter Volllast. Dazu zählen Antriebsstrang, Allradantrieb, Kupplung, Bremsanlage, Kühlsystem sowie die speziell entwickelte Steuerungselektronik. Zusätzlich werden Betankungsvorgänge, Boxenstopps und Reifenwechsel intensiv trainiert.

FIA begleitet den Rekordversuch

Die Fédération Internationale de l’Automobile (FIA) begleitet das Projekt und wird die offiziellen Rekordversuche überwachen. FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem sieht in dem Vorhaben einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung alternativer Antriebstechnologien.

Der erste offizielle Test des JCB Hydromax markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Wasserstoff-Landgeschwindigkeitsrekord. Dies ist eine große Leistung, und ich möchte Lord Bamford und dem gesamten JCB-Team meine aufrichtigen Glückwünsche aussprechen. Mit diesem Weltrekordversuch erweitert JCB die Grenzen der technischen Innovation und der Wasserstofftechnologie und zeigt, welche Rolle der Motorsport bei der Gestaltung der Zukunft der Mobilität spielen kann. Ich freue mich darauf, die weitere Entwicklung des Projekts im Vorfeld des Weltrekordversuchs im August zu verfolgen.

Bonneville als Ziel des Rekordprojekts

Nach Abschluss der Testfahrten in Großbritannien wird das Team zunächst an der Speed Week in Bonneville teilnehmen. Anschließend sollen die offiziellen FIA-Rekordversuche folgen. Gesteuert wird der Hydromax von Andy Green, dem bislang einzigen Menschen, der die Schallmauer an Land durchbrochen hat.

JCB verfolgt das Ziel, die bisherige Bestmarke des 2006 aufgestellten Dieselmax-Rekords von 563 km/h zu übertreffen. Das neue Fahrzeug ist nach Angaben des Herstellers leichter, leistungsstärker und aerodynamisch weiterentwickelt als sein Vorgänger.

Mit dem Projekt knüpft JCB an frühere Rekorderfolge an. Dazu zählen der Weltrekord des JCB Fastrac als schnellster Traktor der Welt im Jahr 2019 sowie der Geschwindigkeitsrekord des JCB GT als schnellster Baggerlader im Jahr 2014.

23.06.2026

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