Peter Jankes Ansatz: Lebendige Vielfalt gestalten
Peter Janke, Gartenplaner und -designer, beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Gestaltung lebendiger Vielfalt. Sein 14.000 Quadratmeter großer Garten HORTVS in Hilden dient ihm als Experimentierfeld. Sein Ansatz ist es, Gärten so zu gestalten, dass sie das ganze Jahr über durch Schönheit und Atmosphäre überzeugen.
Vielfalt als Gestaltungsprinzip
Im HORTVS verbindet Janke harmonische, teils formal strukturierte Formen mit naturnahen, wilden Pflanzeninhalten. Ziel ist ein ganzjähriger Spannungsbogen zwischen menschlicher Kreativität und Naturprinzipien. Dafür ist eine vielfältige Pflanzenpalette notwendig, die den Betrachter das ganze Jahr über fasziniert.
Die Pflanzenauswahl erfolgt basierend auf einer Analyse der individuellen Standortbedingungen wie Licht, Boden, Wind und Temperatur. Der HORTVS beherbergt etwa 4.500 verschiedene Gewächse.
Reaktion auf den Klimawandel
Die standortgerechte Pflanzenauswahl ist für Janke der zentrale Erfolgsfaktor im Gartenbau. Da im HORTVS weitgehend auf künstliche Bewässerung verzichtet wird – in Kiesgartenbereichen sogar vollständig – entscheidet die Pflanzenwahl über das Gedeihen der Anlage. Diese Prämisse hat sich in den letzten Jahren durch den Klimawandel verstärkt.
Was nicht mehr funktioniert, muss diesen Gartenort verlassen. Dabei stütze ich mich keineswegs auf Schulbuchmeinungen und entsprechende „Klimalisten“, sondern sammle im HORTVS lieber eigene Erfahrungen. Diese Erkenntnisse flechte ich nach angemessener Testzeit in meine Planungsaufträge ein.
Auch das Thema Mulch hat an Bedeutung gewonnen. Obwohl im HORTVS schon immer organisch oder mineralisch gemulcht wurde, nehmen die Auftragsstärken zu und die Mulchauswahl wird individueller. Diese Erfahrungen fließen in private und öffentliche Planungen ein.
Potenzial von Gärten für Ökologie und Klima
Das Potenzial von Grünflächen ist erheblich, und ihre ökologische Relevanz nimmt im privaten wie im öffentlichen Bereich zu. Die Fläche der Privatgärten in Deutschland entspricht der aller Naturschutzgebiete. Eine sinnvolle Gartengestaltung trägt somit zur Erhaltung natürlicher Lebensräume bei.
Dabei muss nicht auf ästhetische Gestaltung verzichtet werden. Eine konsequente und logische Pflanzenverwendung kann nachhaltiger und kostengünstiger sein. Ein erfolgreiches Planungskonzept erfordert jedoch ein äquivalentes Pflegekonzept. Werden diese Prinzipien umgesetzt, kann die zoologische Biodiversität im Garten erhöht werden.
Dies geschieht durch die Wiederherstellung eines besseren Gleichgewichts zwischen Insekten- und Vogelgattungen sowie die Wiederbelebung der Bodenorganismen. Ein solches Gartengefüge kommt ohne chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger aus. Pflanzenkenntnisse, das Verständnis natürlicher Wechselwirkungen und zukunftsorientierte Lösungen sind gefragter denn je.
Alle Lösungen zur Bewältigung des Klimawandels sind in der Natur bereits evolutionär erarbeitet und brauchen nur übertragen zu werden.
Gärten als Schnittstelle zur Natur
Gärten stellen eine Schnittstelle zwischen menschlichem Wohnraum und der Natur dar. Ein Ziergarten sollte stets auch Lebensraum für Menschen sein. Gleichzeitig können Gartenbesitzer ihre persönliche Verbindung zur Natur so gestalten, dass natürliche Prozesse bewusst zugelassen werden.
Dadurch kann sich der Raum mit mehr Natur füllen, als es die Kulturlandschaft aus Land- und Forstwirtschaft leisten kann. Ein Gartenspaziergang, begleitet von Vogelstimmen und Insekten, ist erfüllend und zukunftsorientiert. Kinder, die in einem solchen Gartengefüge aufwachsen, entwickeln ein stärkeres Naturverständnis.
Voraussetzungen für einen gelungenen Garten
Ein gelungener Garten spiegelt erfüllte Sehnsüchte wider. Da diese individuell sind, gibt es kein Patentrezept. Die wichtigste Frage zu Beginn jeder Planung ist, welche Atmosphäre ein Mensch beim Betreten des Außenraums erfahren soll.
Empfehlungen für Landschaftsgärtner
Landschaftsgärtner, die für konkrete, greifbare Werte stehen, können ihren Kundenstamm leichter auswählen. Es wird empfohlen, verstärkt auf aktuelles und zukunftsorientiertes gärtnerisches Wissen zu setzen, da Qualität durch Können entsteht.


