Europäische Landschaftsgärtner sehen Bürokratie statt Entlastung bei Ausschreibungen
Die Einführung der Einheitlichen Europäischen Eigenerklärung (EEE) bei öffentlichen Ausschreibungen stößt im Garten- & Landschaftsbau auf gemischte Resonanz. Die europäische Branchenvereinigung ELCA begrüßt zwar grundsätzlich das Ziel einer einheitlichen Lösung, sieht im aktuellen Entwurf jedoch deutliche Schwächen.
Aus Sicht der Organisation führt die vorliegende Fassung nicht zu der angestrebten Entlastung der Unternehmen. Stattdessen wird ein zusätzlicher bürokratischer Aufwand befürchtet, insbesondere für kleine und mittelständische Betriebe im Garten- & Landschaftsbau, die regelmäßig an Ausschreibungsverfahren teilnehmen.
Vereinfachung dringend erforderlich
ELCA fordert daher eine grundlegende Überarbeitung der Eigenerklärung. Im Mittelpunkt steht die Forderung, das Formular deutlich zu verschlanken und auf wesentliche Angaben zu reduzieren. Ziel ist es, den administrativen Aufwand für Unternehmen spürbar zu senken.
Zudem sieht die Branchenvertretung Klärungsbedarf bei bestehenden Unschärfen im Entwurf. Eine klare und praxisnahe Ausgestaltung gilt als Voraussetzung für eine breite Akzeptanz in der Branche.
„Die Eigenerklärung bringt nur dann einen echten Mehrwert, wenn sie kleine und mittelständische Unternehmen entlastet. Die Europäische Kommission muss deshalb dafür sorgen, dass das Formular ausschließlich die wirklich notwendigen Angaben von den Unternehmen fordert. Außerdem sollte die Abgabe der EEE lediglich erforderlich sein, wenn noch keine entsprechende Qualifizierung nach einem nationalen System vorliegt.“
Ziel: Effizientere Vergabeverfahren
Grundsätzlich verfolgt die Einheitliche Europäische Eigenerklärung das Ziel, Vergabeverfahren zu vereinfachen. Öffentliche Auftraggeber und Bieter sollen durch standardisierte Angaben entlastet und die Prüfung der Eignung strukturierter gestaltet werden.
Damit dieses Potenzial im Garten- & Landschaftsbau tatsächlich ausgeschöpft werden kann, sieht ELCA jedoch weiteren Anpassungsbedarf. Entscheidend ist aus Branchensicht eine praxisgerechte Umsetzung, die bestehende nationale Systeme berücksichtigt und Doppelstrukturen vermeidet.