Emissionsfreie Baustellen: Herausforderungen und Lösungen bei der Maschinenauswahl
Die Nutzung elektrisch betriebener Technik im Garten- und Landschaftsbau gewinnt zunehmend an Bedeutung. Während Akku-Rasenmäher, -Heckenscheren und -Trimmer bereits etabliert sind, stellt der Einsatz von E-Baumaschinen für viele Unternehmen noch Neuland dar. Ein aktuelles Projekt der Haase Gruppe in der Medizinischen Hochschule Hannover zeigt jedoch, wie emissionsfreies Arbeiten auch bei komplexeren Bauvorhaben erfolgreich umgesetzt werden kann.
Jan Funke, Bauleiter bei GaLaBau Haase, verantwortete die Neugestaltung eines Innenhofs. Die Besonderheit des Projekts lag in den strengen Anforderungen an die Emissionen, da der Innenhof direkt an den Ansaugturm einer Lüftungsanlage angrenzte, die sterile Produktionsbereiche einer Apotheke versorgt. Dieselbetriebene Maschinen waren daher ausgeschlossen.
Für die Umsetzung des Projekts suchte GaLaBau Haase nach emissionsfreien Alternativen. Die Zusammenarbeit mit Zeppelin Rental, einem Anbieter von Mietmaschinen, erwies sich dabei als entscheidend. Sabrina Haase, Prokuristin der Haasengruppe, erläutert, dass der Kontakt bereits für die Miete von Aushubkübeln bestand und die Anfrage bezüglich elektrisch betriebener Baumaschinen naheliegend war.
Zeppelin Rental investiert seit Jahren in nachhaltige Technik und bietet mit seinem ecoRent-Programm emissionsfreie Lösungen an. Martin Sebestyén, Bereichsleiter Vermietung und Flottenmanagement bei Zeppelin Rental, bestätigt eine steigende Nachfrage nach Maschinen ohne Verbrennungsmotor. Er merkt jedoch an, dass die Entwicklung bei Baumaschinen noch am Anfang steht.
Jan Funke teilt diese Einschätzung. Er betont, dass in der GaLaBau-Branche elektrisch betriebene Baumaschinen noch selten sind, insbesondere in höheren Leistungsklassen. Ein weiteres Problem stellt die Ladeinfrastruktur dar, die bei Projekten im öffentlichen Raum oft fehlt.
Im Fall der Medizinischen Hochschule Hannover wurde die Stromversorgung durch die Installation einer speziellen Steckdose durch den Bauherrn sichergestellt. Auch die Verfügbarkeit der benötigten emissionsfreien Geräte in der passenden Größe war gegeben.
Einsatz und Erfahrungen mit E-Baumaschinen in der Praxis
Die Mietstation Hannover-Laatzen von Zeppelin Rental stellte für das Projekt einen Minibagger WN EZ17e, einen Radlader WL20e sowie eine Rüttelplatte AP2560e des Herstellers Wacker Neuson zur Verfügung. Diese Geräte sind Teil des Mietparks von Zeppelin Rental und konnten somit schnell geliefert werden, wie der stellvertretende Mietstationsleiter Jakub Sobkowski berichtet.
Die Erfahrungen mit den elektrischen Geräten waren positiv. Jan Funke hebt hervor, dass die geringe Geräuschentwicklung zunächst ungewohnt war. Die Laufzeiten der Geräte überzeugten: Radlader und Minibagger konnten bis zu fünf Stunden ohne Nachladen betrieben werden. Ein leerer Akku war während des Projekts bei keinem der Arbeitsgeräte ein Problem.
Der Einsatz der E-Technik hatte auch positive Auswirkungen auf die Angestellten der Medizinischen Hochschule, die direkt angrenzend an den Innenhof arbeiteten und somit weder Lärm noch Abgasen ausgesetzt waren.
Logistische Herausforderungen und Projektergebnisse im Detail
Neben den technischen Anforderungen stellte die Logistik eine weitere Herausforderung dar. Der Innenhof besaß keinen direkten Zugang, weshalb alle Materialien, Geräte und der Aushub per Autokran über das Gebäude transportiert werden mussten. Da die Medizinische Hochschule auch von Rettungshubschraubern angeflogen wird, waren enge Abstimmungen und Genehmigungen der Kraneinsätze durch die Luftfahrtbehörde erforderlich, was einen hohen organisatorischen Aufwand bedeutete.
Innerhalb der Bauzeit erstellte das GaLaBau-Team der Haasengruppe zwei Terrassen von je 28 Quadratmetern, zwei sechs Meter lange Natursteinwände und eine Böschung. Zudem wurden 140 Quadratmeter Rollrasen verlegt. Insgesamt wurden 60 Kubikmeter Boden per Aushubkübel über die Dächer der Medizinischen Hochschule abtransportiert, wobei der Großteil des Aushubs direkt vor Ort wieder eingebaut wurde. Zusätzlich wurde ein Blitzschutzgraben erstellt.
