Naturschutz

Bodenschutzkalkung als Baustein nachhaltiger Waldstrategien

Die Bodenschutzkalkung ist ein essenzieller Bestandteil nachhaltiger Waldstrategien in der EU und Deutschland. Sie sichert gesunde Bodeneigenschaften und die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel. Experten fordern eine kontinuierliche Realisierung und ausreichende Förderung dieser Maßnahme.

Bodenschutzkalkung in EU- und Bundesstrategien

Sowohl die Europäische Union als auch die Bundesregierung in Deutschland haben neue Waldstrategien veröffentlicht. Diese Strategien legen Ziele und Handlungspfade für die nachhaltige Entwicklung der Wälder in den kommenden zehn Jahren fest. Dabei wird die Bodenschutzkalkung als eine Maßnahme zur Sicherstellung gesunder Bodeneigenschaften für eine nachhaltige Waldnutzung betrachtet.

Die Waldstrategien der EU und Deutschlands tragen dazu bei, die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Insbesondere das UN-Ziel 15, das den Schutz, die Wiederherstellung und die nachhaltige Nutzung von Landökosystemen, die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern, die Bekämpfung der Wüstenbildung, die Beendigung und Umkehrung der Bodendegradation sowie die Eindämmung des Verlusts der Biodiversität umfasst. In diesem Kontext sind der Bodenschutz und speziell die Bodenschutzkalkung versauerungsgefährdeter Waldböden weiterhin essenzielle Bestandteile einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung.

Daher soll in Deutschland und Europa eine kontinuierliche und angemessene Realisierung der Bodenschutzkalkung in allen Bundesländern gewährleistet werden.

Dies betonte Bodenexperte Dr. Reinhard Müller von der Initiative „naturkalk“ anlässlich einer Podiumsdiskussion. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen sei einerseits eine ausreichende und möglichst unbürokratische Förderung durch die EU, den Bund und die Bundesländer erforderlich. Andererseits müssten für die praktische Realisierung, einschließlich Antragsbearbeitung, Beratung und Management, genügend Personalkapazitäten in den Forstämtern und Verwaltungen bereitgestellt werden.

Bedeutung gesunder Waldböden für die Zukunft

Die EU-Waldstrategie hebt die besondere Bedeutung der Pflege von Waldböden hervor, da eine enge Abhängigkeit zwischen Bäumen und Böden besteht. Für das Wachstum von Bäumen ist es entscheidend, dass die Baumwurzeln alle notwendigen Elemente und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen können. Daher müssen die Bodeneigenschaften und die Ökosystemdienstleistungen des Bodens als Grundlage gesunder und produktiver Wälder geschützt werden.

Die deutsche Waldstrategie 2030 stellt fest, dass durch Schwefel- und Stickstoffeinträge verursachte Prozesse, wie Versauerung und Eutrophierung bei gleichzeitigem Austrag basischer Nährstoffe, viele Waldböden bereits tiefgreifend verändert haben. Dies hat Auswirkungen auf die forstliche Produktion, die Stabilität der Wälder, die Ökosystemleistungen des Waldes sowie auf die Biodiversität und den Bodenwasserkörper. Die Waldstrategie sieht viele Waldökosysteme an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Die Bodenschutzkalkung ist auf stark versauerten Waldböden unverzichtbar und darf nicht vernachlässigt werden. Sie muss als Teil einer nachhaltigen und vorsorgenden Waldbewirtschaftung auf bedürftigen Standorten sogar verstärkt werden. Nur auf gesunden Böden kann die langfristige Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel gewährleistet werden.

Dies forderte Dr. Müller. Die Bodenschutzkalkung sei demnach ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung, um die Anpassungsfähigkeit der Wälder an den Klimawandel zu sichern.

21.10.2021

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