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Energiepreisentwicklung 2022/2023: Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf den deutschen Markt

Der Ukraine-Krieg beeinflusste die Energiepreise in Deutschland maßgeblich. Im Januar 2023 lagen die Erzeugerpreise für Energie 32,9 % über dem Vorjahresniveau, trotz zuletzt sinkender Tendenz. Besonders betroffen waren Erdgas und Strom.

Detaillierte Analyse der Energiepreisentwicklung

Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 beeinflusste die Energiepreisentwicklung in Deutschland maßgeblich. Im Januar 2023 lagen die Erzeugerpreise für Energie, trotz einer zuletzt sinkenden Tendenz, um 32,9 % über dem Niveau von Januar 2022. Dies geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) hervor.

Die stärkste Preissteigerung verzeichnete Erdgas in der Verteilung mit einem Anstieg von 50,7 % im Januar 2023 gegenüber Januar 2022. Elektrischer Strom verteuerte sich um 27,3 %. Mineralölprodukte, einschließlich Heizöl und Kraftstoffe, waren im Januar 2023 trotz gesunkener Preise 12,6 % teurer als im Vorjahresmonat. Auch der Energieimport aus dem Ausland war im Dezember 2022, trotz aktueller Preisrückgänge, teils deutlich teurer als vor dem russischen Angriff. Gaseinfuhren kosteten 24,3 % mehr, importierte Mineralölerzeugnisse 14,6 % und elektrischer Strom 45,7 % mehr als im Januar 2022.

Mineralölprodukte: Preisanstiege und Entlastungen

Die Erzeugerpreise für Mineralölprodukte wie Heizöl und Kraftstoffe stiegen bereits 2021 sukzessive an. Nach dem russischen Angriff im Februar 2022 kam es im März zu weiteren deutlichen Preissteigerungen. Benzin verteuerte sich gegenüber Februar 2022 um 19,5 %, Dieselkraftstoff um 31,2 % und leichtes Heizöl um 55,9 %. Diese Entwicklungen führten zum bis dahin höchsten Anstieg der Erzeugerpreise insgesamt seit 1949.

Der sogenannte Tankrabatt, eine Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe vom 1. Juni bis 31. August, sorgte für eine vorübergehende Entlastung, insbesondere bei Motorenbenzin. Zum Jahresende 2022 zeigte sich bei den Erzeugerpreisen für Mineralölprodukte eine fallende Tendenz. Im Januar 2023 kostete Motorenbenzin 4,4 % mehr als im Januar 2022, Dieselkraftstoff 15,0 % und leichtes Heizöl 28,8 % mehr. Bei den Einfuhrpreisen war der Rückgang noch deutlicher: Der Import von Motorenbenzin war im Dezember 2022 sogar leicht günstiger (-0,6 %) als im Januar 2022.

Kraftstoffpreise an Tankstellen

Der Preisrückgang bei Kraftstoffen auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen erreichte auch die Verbraucher. Benzin und Diesel kosteten an deutschen Tankstellen zuletzt etwa so viel wie kurz vor dem russischen Angriff. Am 13. Februar 2023 lag der Tagesdurchschnittspreis für einen Liter Super E5 bei 1,83 Euro und für Diesel bei 1,78 Euro. Zum Vergleich: Am 21. Februar 2022, drei Tage vor dem Angriff, kostete ein Liter Super E5 1,80 Euro und ein Liter Diesel 1,66 Euro.

Im Vergleich zu direkten EU-Nachbarstaaten war der Preis für Superbenzin der Sorte E5 (Eurosuper 95) zuletzt in Frankreich (1,90 Euro) und Dänemark (1,95 Euro) höher als in Deutschland. Diesel kostete nur in Frankreich (1,83 Euro) mehr als in Deutschland.

Erdgaspreise für gewerbliche Abnehmer

Erdgas war im Januar 2023, ohne Berücksichtigung der neu eingeführten Preisbremse, für alle Abnehmergruppen deutlich teurer als vor dem russischen Angriff. Für Handel und Gewerbe stiegen die Preise zwischen Januar 2022 und Januar 2023 um 92,5 %, für Wiederverkäufer um 50,6 %. Industrieabnehmer zahlten 34,3 % mehr, und für Kraftwerke war Erdgas 32,9 % teurer.

Obwohl die Erzeugerpreise für Gas bereits in der zweiten Hälfte des Jahres 2021 aufgrund gedrosselter Lieferungen aus Russland gestiegen waren, führten die Drosselung und der Lieferstopp von Erdgas aus Russland zum Ende des Sommers 2022 zu einem erneuten deutlichen Preisanstieg. Zum Jahresende wirkten sich der milde Winter und die verbesserte Versorgungslage entspannend auf die Erdgaspreise für Großverbraucher aus.

Strompreisentwicklung für alle Abnehmergruppen

Elektrischer Strom verteuerte sich infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine für alle Abnehmergruppen. Für Weiterverteiler war er im Januar 2023 um 29,7 % teurer als im Vorjahresmonat. Ohne Berücksichtigung der Preisbremse stiegen die Preise für Sondervertragskunden, also größere industrielle Letztverbraucher, von Januar 2022 bis Januar 2023 um 19,1 %. Gewerbliche Anlagen, kleinere gewerbliche Letztverbraucher, zahlten 38,1 % mehr, und private Haushalte 36,3 % mehr.

Die Strompreise an der Börse sowie für Sondervertragskunden und Weiterverteiler erreichten bereits im August und September 2022 Höchststände. Für Gewerbe sowie Verbraucher wirkten längerfristige Verträge zunächst preisdämpfend, führten aber zum Jahresende zu weiter steigenden Preisen.

23.02.2023

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