Ein neuer Freiraum für Bremen: Der Überseepark
Nach rund zehn Monaten Bauzeit und einer vorausgegangenen Planungsphase ist der Park im Überseepark in Bremen für die Öffentlichkeit zugänglich. Das 2,5 Hektar große Areal befindet sich zwischen Europahafen sowie Holz- und Fabrikenhafen. Es umfasst eine Rasenfläche, neu angepflanzte Bäume, einen Kinderspielplatz mit maritimem Bezug, eine Tanzfläche und eine Skate-Anlage. Der Park dient der Erholung der Anwohner sowie den Freizeitinteressen von Kindern und Jugendlichen.
Ich freue mich besonders darüber, dass die Sport- und Spielanlagen unter Mitwirken von Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtteil entstanden, die ihre Wünsche und Erwartungen einbrachten und Ideen für den Park entwickelten.
Dies betonte Martin Günthner, Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen der Freien Hansestadt Bremen, bei der Eröffnung. Andreas Heyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH, ergänzte:
Mit dem Park im Überseepark wächst der Ortsteil Überseestadt erneut. Schritt für Schritt erhält das Quartier insgesamt ein Gesicht, für das der Park einen Meilenstein darstellt und einen wichtigen Beitrag zur lebendigen Gestaltung der Überseestadt leistet.
Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Planungsphase
Unter der Leitung des Sportgarten e.V. entwickelten zwischen November 2009 und Januar 2010 etwa 400 Jugendliche im Alter von 12 bis 27 Jahren Vorschläge für die Gestaltung des Parks.
Die Jugendlichen diskutierten in mehreren Workshops sowie über ein Internetforum ihre Ideen. Auch in den folgenden Jahren wurde die Beteiligung durch den Verein konsequent fortgesetzt. Zusammen mit der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und den Planern wurde geprüft, inwieweit die Wünsche der Jugendlichen umsetzbar sind.
Dies erklärte Hanns-Ulrich Barde vom Sportgarten e.V. Er hob hervor:
Sehr erfreulich fand ich, wie konstruktiv, engagiert und umsichtig sich die Jugendlichen in den vergangenen vier Jahren beteiligt haben und dass sie trotz aller Freiheiten bei der Ideenentwicklung immer auch Rücksicht auf die Nachbarschaft genommen haben.
Auch jüngere Kinder brachten ihre Ideen ein. Im Rahmen einer Zukunftswerkstatt unter dem Motto „Unser Spielplatz wird schön!“ entwarfen sie ihren Wunschspielplatz. Diese Zukunftswerkstatt wurde von SpielLandschaftStadt geleitet. Viele dieser Ideen flossen ebenfalls in die Planungen ein.
Finanzierung und zukünftige Erweiterungen
Die Sport- und Spielanlagen im Park im Überseepark wurden primär durch Investoren der umliegenden Neubauten finanziert. Andreas Heyer erläuterte dazu:
Die Unternehmen sind verpflichtet, Ausgleichsflächen wie zum Beispiel Spielplätze und Grünflächen anzulegen. Damit nicht jeder ‚sein eigenes Süppchen‘ kochen muss, haben wir gemeinsam vereinbart, dass wir im Quartier zusammen ein attraktives Angebot planen.
Im ersten Schritt wurden neben dem Spielplatz eine Tanzfläche und eine Skate-Anlage für Anfänger und Fortgeschrittene realisiert. Silke Overman, Projektleiterin bei der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und Hauptverantwortliche für das Projekt, erklärte:
Diese Wünsche konnten finanziell durch Ablösebeiträge von Wohnungsbau-Investoren in der Überseestadt umgesetzt werden. Alles weitere, wie zum Beispiel eine Parkour-Anlage oder auch ein Fußball-Kleinspielfeld, können im zweiten Schritt angelegt werden – vorausgesetzt, die Finanzierung dieser Anlagen steht.
Zur Finanzierung weiterer Spielfelder und Geräte organisieren Jugendliche Spendenaktionen. Die Projektleiterin betonte:
Das ist prima und das Engagement der Jugendlichen sehr hoch. Jedoch würde natürlich ein Sponsor, der sich langfristig und gerne auch in größerem Rahmen für die Realisierung weiterer Projekte im Park einsetzt, enorm helfen.
Das Büro WES & Partner aus Hamburg setzte sich Ende 2010 mit seinem Park-Entwurf im Auswahlverfahren durch. Die Landschaftsarchitekten berücksichtigten die Wünsche der Kinder und Jugendlichen aus dem Beteiligungsverfahren am treffendsten, so die neunköpfige Fachjury. Das Investitionsvolumen für den Park im Überseepark beträgt 3,1 Millionen Euro.
