Naturschutz

Weltbeirat zum Wiederaufbau von Wäldern tagt in Bonn

Der Weltbeirat zum Wiederaufbau von Wäldern hat in Bonn seine Arbeit aufgenommen. Die Initiative versammelt Persönlichkeiten aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, um sich für den Schutz der Wälder einzusetzen und dem Klimawandel entgegenzuwirken.

Dringlichkeit des Waldschutzes und globale Auswirkungen

In Bonn hat auf Einladung von Bundesministerin Barbara Hendricks der Weltbeirat zum Wiederaufbau von Wäldern (Global Restoration Council) seine Arbeit aufgenommen. Die Initiative versammelt Persönlichkeiten aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, um sich für den Schutz der Wälder einzusetzen.

Bundesumweltministerin Hendricks betonte die Dringlichkeit der Situation:

Derzeit wird auf der Welt pro Minute eine Fläche so groß wie zwei Fußballfelder gerodet. Diese Entwaldungsrate trägt weltweit 10 bis 15 Prozent zu den CO2-Emissionen bei. Dies beschleunigt nicht nur den Klimawandel, sondern auch den globalen Artenverlust. Entwaldung und Degradierung führen in den Regionen zu einem dramatischen Verlust der natürlichen Lebensgrundlagen mit Armut und Hunger als Folge. Daher unterstützen wir die betroffenen Länder in ihren Bemühungen um den Wiederaufbau ihrer Wälder und damit in ihrer nachhaltigen Entwicklung.

Der Weltbeirat tagte am 20. und 21. Juli in Bad Godesberg. Dem Gremium gehören international anerkannte Persönlichkeiten an, darunter der ehemalige schwedische Ministerpräsident Göran Persson, die Menschenrechts- und Klimaschutzaktivistin Bianca Jagger sowie Wanjira Mathai, Repräsentantin der afrikanischen Green-Belt-Initiative. Der Beirat arbeitet mit dem World Resources Institute (WRI) und der Globalen Partnerschaft zum Wiederaufbau von Wäldern (Global Partnership on Forest Landscape Restoration, GPFLR) zusammen, um internationale Ziele zum Wiederaufbau zerstörter Wälder zu erreichen.

Bonn als Zentrum der Waldrestaurierung

Die Wahl Bonns als Tagungsort ist auf die dort ansässige Bonn Challenge zurückzuführen. Diese internationale Initiative wurde 2011 vom Bundesumweltministerium gemeinsam mit der Internationalen Naturschutzunion (IUCN) ins Leben gerufen. Ihr Ziel ist der Wiederaufbau von 150 Millionen Hektar degradierter Wälder bis 2020. Die Ziele der Bonn Challenge wurden 2014 in der New York Declaration der Vereinten Nationen aufgegriffen und erweitert.

Regionale Initiativen wie die AFR100 – die African Forest Restoration Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) – und die 20x20-Initiative in Mittelamerika unterstützen die Ziele der Bonn Challenge. Seit 2011 haben Staaten wie Äthiopien, Ruanda, Guatemala, El Salvador und Costa Rica den Wiederaufbau von fast 100 Millionen Hektar Wald zugesagt.

Die Bundesregierung unterstützt Partnerländer durch Projekte der Internationalen Klimaschutzinitiative. Bundesumweltministerin Hendricks erläuterte:

Mit der Bonn Challenge bringen wir engagierte Partner in Regierungen, Unternehmen und Organisationen zusammen, mit dem Ziel, die zerstörten Waldökosysteme wiederherzustellen, um so dem Klimawandel und dem Rückgang der biologischen Vielfalt entgegenzuwirken. Über die Verbesserung der Ökosystemleistungen kann der Wiederaufbau von Waldlandschaften dazu beitragen, die Grundlagen für eine nachhaltige wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu schaffen.

Engagement für globale Herausforderungen

Göran Persson, ehemaliger schwedischer Ministerpräsident, hob die Dimension des Problems hervor:

Auf der Erde sind etwa zwei Milliarden Hektar Land degradiert, eine Fläche zweimal so groß wie China. Diese Landschaften bieten keine ausreichende Lebensgrundlage. Mit dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder des Weltbeirates, die ihre Zeit und ihre Kreativität in die Lösung dieses Problems investieren, hoffen wir, den weltweiten Wiederaufbau von Waldlandschaften und ihre Funktionsfähigkeit voranzubringen.

Wanjira Mathai von der Green-Belt-Initiative betonte die menschliche Dimension des Wiederaufbaus von Ökosystemen:

Der Wiederaufbau von Ökosystemen ist notwendig, um dem Klimawandel entgegenzuwirken und die biologische Vielfalt zu erhalten, aber es geht auch um die Menschen. So konnten viele kleine Farmen in Kenia vor dem Ruin bewahrt werden, denn die Bäume, die die Farmer gepflanzt und gepflegt haben, liefern extra Futter, Schatten und Holz. Der Weltbeirat für den Wiederaufbau von Wäldern wird diese Erfolgsgeschichten weiter verbreiten, um so weltweites Handeln anzuregen.

23.07.2016

Zurück