Organisation und Verwaltung

Regionalversammlung des VGL Baden-Württemberg in Plochingen

115 Landschaftsgärtner trafen sich in Plochingen zur Regionalversammlung des VGL Baden-Württemberg. Die Veranstaltung bot Einblicke in die Hahn Gruppe und aktuelle Brancheninformationen. Zudem wurden Methoden zur Steigerung der Ertragskraft vorgestellt.

Einblicke in die Hahn Gruppe und ihre regionalen Aktivitäten

Roland Beeh, Geschäftsführer von VW Nutzfahrzeuge innerhalb der Hahn-Gruppe, präsentierte das Unternehmen. Besondere Merkmale der Gruppe sind der Hahn Bulli Club, ein eigener Weinberg in Bad Cannstatt, regionales soziales Engagement und das VW Curry-Wurst-Mobil, das auch für die Verpflegung der Veranstaltung sorgte. Die Hahn-Akademie, 31 Niederlassungen mit 1.600 Mitarbeitern und ein neues Porschezentrum in Böblingen ab Sommer 2016 verdeutlichen das breite Spektrum der Unternehmensgruppe.

Besucher hatten die Möglichkeit, den e-UP und e-Golf Probe zu fahren. Für den GaLaBau relevante Nutzfahrzeuge standen zur Besichtigung und Beratung bereit.

Aktuelles aus der GaLaBau-Branche

Der VGL organisiert derzeit 730 Mitgliedsbetriebe, wobei die Mitgliederzahl weiterhin steigt. In der Region Stuttgart erhöhte sich die Zahl auf 226 Betriebe. Eine aktuelle baden-württembergische Konjunkturumfrage ergab einen durchschnittlichen Auftragsbestand von elf Wochen im Neubau und acht Wochen in der Pflege. Die aktuelle Geschäftslage wurde mit der Schulnote 2,0 bewertet, die konjunkturelle Zukunft mit 2,3, was eine Verbesserung um 0,1 gegenüber dem Vorjahr darstellt.

Für die Erlangung eines Auftrages bei öffentlichen Submissionen waren 2009 noch etwa zwölf Angebote nötig; mittlerweile sind es durchschnittlich acht. Bei beschränkten Ausschreibungen liegt der Aufwand bei fünf Angeboten pro Auftrag, bei freihändigen Vergaben bei drei. Die Betriebsergebnisse, gemessen am Umsatz, haben sich im bundesweiten Kennzahlenvergleich auf über vier Prozent verbessert. Der VGL sieht es weiterhin als Aufgabe an, Betriebe durch Impuls-Seminare und Erfa-Gruppen zu unterstützen.

Peter Hauk ist weiterhin Landwirtschaftsminister in Baden-Württemberg, und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch behält ihre Funktion in der Landesregierung. Die Kontakte sollen wieder gepflegt werden. Kommunen, die für andere Kommunen arbeiten, sind zur Ausweisung der Umsatzsteuer verpflichtet. Der VGL bittet um Information, falls dies nicht geschieht.

Ab dem 1. August erhalten Auszubildende im dritten Lehrjahr 1.000 Euro Ausbildungsvergütung, Auszubildende über 18 Jahre 800 Euro ab dem ersten Lehrjahr. Bezüglich Rußpartikelfiltern in Baumaschinen werden längere Übergangsfristen zunehmend unwahrscheinlicher. Ab dem 1. August 2016 unterstützt Andreas Haupert, einer der sechs bundesweiten Willkommenslotsen für die Beschäftigung von Flüchtlingen, die Betriebe des VGL. Er stellt Kontakte für Fördermaßnahmen, zur Agentur für Arbeit und zu Arbeitskreisen her. Diese Stelle ist auf zwei Jahre befristet.

Ein Musterbauvertrag für private Auftraggeber steht Mitgliedsbetrieben kostenlos zur Verfügung. Bei der bundesweiten Mitgliederbefragung 2016 erreichte Baden-Württemberg mit 43,11 Prozent die höchste Beteiligungsquote der Landesverbände. Steigende Schülerzahlen an Meisterschulen, fünf neue Weiterbildungsseminare für Ausbilder und der Ausbau der Fortbildungsangebote an der Deula in Kirchheim werden positiv bewertet.

Maßnahmen zur Ertragskraftverbesserung im GaLaBau

Alexander Tockuss, betriebswirtschaftlicher Berater und Geschäftsführer der RWT Unternehmensberatung GmbH, zeigte auf, wie Investitionen aus freiem Cash-Flow und Prämien an Mitarbeiter ohne Kredit finanziert werden können. Grundlage hierfür sind Klarheit und Transparenz im Zahlenwesen des Betriebes. Dazu gehören eine monatliche Ergebnisermittlung mittels BWA, Abgrenzungen und Abschreibungen sowie die Erfassung der Leistungen halbfertiger Baustellen.

In Kombination mit einer konsequenten Nachkalkulation lässt sich ein Überblick über den Betrieb schaffen. Der Einkauf wird als Mittel zur Gewinnsteigerung durch gut vorbereitete Lieferantenverhandlungen betrachtet. Zudem ist es hilfreich, Mitarbeitern Ertragsdenken zu vermitteln und ihnen die Auswirkungen einer Produktivitätssteigerung von fünf Prozent auf den Betrieb aufzuzeigen. Auch im Auftragsmanagement lassen sich Akzente setzen.

Tockuss empfiehlt, kleine Aufträge direkt beim Kunden zu erfassen und nicht in den allgemeinen Betriebsablauf zu integrieren, um den Durchsatz nicht zu behindern. Im betrieblichen Organisationsablauf gibt es weitere Verbesserungsmöglichkeiten: So kann die Disposition für den nächsten Tag täglich bis 15:00 Uhr beim Chef oder Bauleiter vorliegen. Wenn abends nicht nur entladen, sondern auch wieder beladen wird, können die Kolonnen morgens zügiger starten. Eine gute Baustellenvorbereitung ist ebenfalls wichtig.

Dazu gehört, die Bauakte rechtzeitig an den Vorarbeiter zu übergeben und die Baustelle gemeinsam zu besprechen. Bei großen Baustellen hilft eine Besichtigung zusammen mit dem Bauleiter und dem Vorarbeiter. Wenn der Vorarbeiter am Wochenende die Bauakte studiert, ist es nur gerechtfertigt, ihm diese Arbeitszeit auch zu entlohnen.

So Tockuss. Er betont die Bedeutung der Liquidität für den Betrieb und rät dringend, Vorauszahlungen von Privatkunden zu fordern, ein wöchentliches Mahnwesen einzuführen und Zahlungsziele bei Lieferanten auszudehnen.

Jörn Schmitt, GaLaBau-Unternehmer aus Hirschberg-Leutershausen, hat diese Maßnahmen in seinem Betrieb erprobt. Er suchte Unterstützung bei Unternehmensberater Klaus Wolf, dem Vorgänger von Alexander Tockuss. Nach Mitarbeitergesprächen trennte er sich von einigen Mitarbeitern, was sich positiv auf den Betrieb auswirkte.

Mittlerweile wird Schmitt von Alexander Tockuss beraten und analysiert monatlich seine Zahlen. Er konnte längere Zahlungsziele und höhere Skontobeträge bei Lieferanten durchsetzen. Bei neuen Baustellen wird von Anfang an festgelegt, welche Maschinen und Materialien am ersten Tag benötigt werden. Donnerstagnachmittag findet eine Teamsitzung statt, in der der Wochenplan festgelegt wird. Montags um 14:00 Uhr werden Termine für größere baustellentechnische Herausforderungen besprochen. Schmitt räumt ein, bei der Nachkalkulation manchmal nachlässig zu sein und seinen Mitarbeitern An- und Abfahrtszeiten zu bezahlen.

04.07.2016

Zurück