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Erzeugerpreise gewerblicher Produkte steigen im April 2022 um 33,5 Prozent

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte verzeichneten im April 2022 einen Anstieg von 33,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies ist der höchste Anstieg seit 1949 und spiegelt die Auswirkungen des Ukraine-Kriegs wider, insbesondere bei Energiepreisen.

Energiepreise treiben die Entwicklung

Die Energiepreise lagen im April 2022 durchschnittlich 87,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im Vergleich zum März 2022 stiegen diese Preise um 2,5 Prozent, nachdem sie bereits im März 2022 gegenüber Februar 2022 um 10,5 Prozent zugenommen hatten. Den größten Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate bei Energie hatte Erdgas in der Verteilung mit einem Plus von 154,8 Prozent gegenüber April 2021. Kraftwerke zahlten für Erdgas 307,0 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Industrieabnehmer verteuerte sich Erdgas um 259,9 Prozent und für Wiederverkäufer um 170,0 Prozent.

Die Preise für elektrischen Strom waren im April 2022 um 87,7 Prozent höher als im April 2021. Weiterverteiler zahlten 157,3 Prozent mehr, Sondervertragskunden 85,6 Prozent. Gewerbliche Anlagen verzeichneten einen Preisanstieg von 15,8 Prozent. Mineralölerzeugnisse waren 53,9 Prozent teurer als im April 2021, zeigten jedoch einen Rückgang von 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat März 2022. Leichtes Heizöl kostete 102,1 Prozent mehr als im Vorjahr, Kraftstoffe 46,6 Prozent mehr. Für beide Mineralölprodukte sanken die Preise gegenüber März 2022 (leichtes Heizöl: -14,9 Prozent, Kraftstoffe: -6,8 Prozent). Ohne Berücksichtigung von Energie stiegen die Erzeugerpreise um 16,3 Prozent gegenüber April 2021 und um 3,0 Prozent gegenüber März 2022.

Hohe Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern

Vorleistungsgüter verteuerten sich im April 2022 um 26,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und um 4,1 Prozent gegenüber März 2022. Den größten Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate bei Vorleistungsgütern hatten Metalle insgesamt mit einem Plus von 43,3 Prozent. Hier stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 59,8 Prozent, Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 32,8 Prozent mehr. Betonstahl verteuerte sich im Jahresvergleich um 79,0 Prozent und allein gegenüber März 2022 um 16,6 Prozent. Die Preise für Aluminium in Rohform waren 58,5 Prozent höher als im Vorjahr.

Besonders hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr gab es bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen, die sich mehr als verdoppelten (+111,7 Prozent). Allein gegenüber März 2022 stiegen diese Preise um 14,5 Prozent. Verpackungsmittel aus Holz kosteten binnen Jahresfrist 75,0 Prozent mehr, Industriegase 66,4 Prozent. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 52,8 Prozent. Nadelschnittholz war 52,3 Prozent teurer. Papier und Pappe waren 52,7 Prozent teurer als ein Jahr zuvor, wobei insbesondere die Preise für Zeitungsdruckpapier um 111,9 Prozent zunahmen. Wellpapier und Wellpappe, die für die Verpackungsindustrie relevant sind, kosteten 41,0 Prozent mehr. Die Preise für Getreidemehl waren 39,1 Prozent höher als im April 2021 und stiegen gegenüber März 2022 um 5,0 Prozent.

Preisanstieg bei Verbrauchsgütern und Investitionsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im April 2022 um 13,2 Prozent über dem Niveau von April 2021 und stiegen gegenüber März 2022 um 3,9 Prozent. Nahrungsmittel waren 17,3 Prozent teurer als im Vorjahr (+5,5 Prozent gegenüber März 2022). Besonders stark stiegen die Preise für Butter (+70,9 Prozent gegenüber April 2021, +11,4 Prozent gegenüber März 2022). Nicht behandelte pflanzliche Öle kosteten 70,0 Prozent mehr als im Vorjahr. Rindfleisch war 41,6 Prozent und Kaffee 30,8 Prozent teurer. Die Preise für Schweinefleisch stiegen gegenüber März 2022 um 14,7 Prozent und lagen damit 22,1 Prozent über den Preisen von April 2021.

Die Preise für Gebrauchsgüter waren im April 2022 um 8,3 Prozent höher als ein Jahr zuvor, hauptsächlich bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+10,5 Prozent). Investitionsgüter kosteten 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Eine höhere Veränderung im Jahresvergleich hatte es letztmalig im Oktober 1975 gegeben (+6,8 Prozent). Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate hatten die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 7,6 Prozent, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+4,9 Prozent). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+26,1 Prozent), für Teile für Klimageräte, Kühl- und Gefrierschränke (+25,2 Prozent) sowie für Teile und Zubehör für Datenverarbeitungsmaschinen (+19,5 Prozent).

20.05.2022

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