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Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im August 2022 mit Rekordanstieg

Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte verzeichneten im August 2022 einen Rekordanstieg von 45,8 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Dies ist der höchste Anstieg seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 und wurde maßgeblich durch die Entwicklung der Energiepreise beeinflusst.

Energiepreise als Haupttreiber des Anstiegs

Hauptverantwortlich für die Entwicklung der gewerblichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich ist die Preisentwicklung im Energiesektor. Die Energiepreise lagen im August 2022 durchschnittlich 139,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allein gegenüber Juli 2022 erhöhten sich diese Preise um 20,4 %.

Besonders stark stiegen die Preise für elektrischen Strom mit einem Plus von 174,9 % im Jahresvergleich. Für Weiterverteiler verteuerte sich Strom um 278,3 %, für Sondervertragskunden um 195,6 %. Gewerbliche Anlagen mit tarifgebundenen Verträgen verzeichneten einen Preisanstieg von 12,9 %. Im Vormonatsvergleich stiegen die Strompreise über alle Abnehmergruppen hinweg um 26,4 %.

Erdgas in der Verteilung kostete im August 2022 mehr als dreimal so viel wie im August 2021 (+209,4 %). Kraftwerke zahlten 269,1 % mehr, Industrieabnehmer 264,9 % und Wiederverkäufer 236,8 %. Für kleinere Abnehmergruppen wie Handel und Gewerbe (+90,9 %) sowie Haushalte (+83,8 %) fielen die Preisanstiege geringer aus. Gegenüber Juli 2022 verteuerte sich Erdgas über alle Abnehmergruppen um 24,6 %.

Mineralölerzeugnisse waren im August 2022 um 37,0 % teurer als im Vorjahresmonat, sanken jedoch gegenüber Juli 2022 um 3,2 %. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 104,0 %, Kraftstoffe um 27,3 %.

Ohne Berücksichtigung der Energiepreise lagen die Erzeugerpreise im August 2022 um 14,0 % über dem Vorjahresniveau (+0,4 % gegenüber Juli 2022).

Deutliche Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern

Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen im August 2022 um 17,5 % im Vergleich zum Vorjahr und um 0,1 % gegenüber Juli 2022. Maßgeblich hierfür waren die Preissteigerungen bei Metallen mit einem Plus von 19,9 % im Jahresvergleich, wobei diese Preise gegenüber Juli 2022 um 1,0 % sanken.

Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 20,9 % teurer als im August 2021 (-3,2 % gegenüber Juli 2022), Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 16,9 % mehr. Chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich um 32,9 % im Jahresvergleich. Besonders hervorzuheben sind die Preisanstiege bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit +108,8 %. Das Vorprodukt Ammoniak kostete 175,9 % mehr als im August 2021.

Auch Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten verdoppelten sich im Preis (+108,2 %), während Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln um 133,3 % teurer war. Futtermittel für Nutztiere verteuerten sich um 37,6 %, sanken aber gegenüber dem Vormonat um 1,2 %. Zeitungsdruckpapier war 92,8 % teurer, Getreidemehl 46,4 %.

Niedriger als im Vorjahresmonat waren die Preise für Holz insgesamt (-13,0 % gegenüber dem Höchststand im August 2021) und metallische Sekundärrohstoffe (-12,3 %).

Anstieg bei Verbrauchsgütern und Investitionsgütern

Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im August 2022 um 16,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber Juli 2022 um 0,8 %. Nahrungsmittel verteuerten sich um 22,3 % im Jahresvergleich. Besonders betroffen waren Butter (+74,6 %) und unbehandelte pflanzliche Öle (+51,4 %). Flüssige Milch kostete 35,3 % mehr, Kaffee 32,5 % und Fleisch ohne Geflügel 27,5 %.

Gebrauchsgüter waren im August 2022 um 10,9 % teurer als ein Jahr zuvor, hauptsächlich bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+13,2 %).

Investitionsgüter verzeichneten einen Preisanstieg von 7,8 % im Jahresvergleich. Den größten Einfluss hatten hier die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,3 %, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+6,2 %). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+20,3 %), Turbinen (+19,8 %) und Ventilatoren (+18,1 %).

20.09.2022

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