Energiepreise als Haupttreiber des Anstiegs
Hauptverantwortlich für die Entwicklung der gewerblichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich ist die Preisentwicklung im Energiesektor. Die Energiepreise lagen im August 2022 durchschnittlich 139,0 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Allein gegenüber Juli 2022 erhöhten sich diese Preise um 20,4 %.
Besonders stark stiegen die Preise für elektrischen Strom mit einem Plus von 174,9 % im Jahresvergleich. Für Weiterverteiler verteuerte sich Strom um 278,3 %, für Sondervertragskunden um 195,6 %. Gewerbliche Anlagen mit tarifgebundenen Verträgen verzeichneten einen Preisanstieg von 12,9 %. Im Vormonatsvergleich stiegen die Strompreise über alle Abnehmergruppen hinweg um 26,4 %.
Erdgas in der Verteilung kostete im August 2022 mehr als dreimal so viel wie im August 2021 (+209,4 %). Kraftwerke zahlten 269,1 % mehr, Industrieabnehmer 264,9 % und Wiederverkäufer 236,8 %. Für kleinere Abnehmergruppen wie Handel und Gewerbe (+90,9 %) sowie Haushalte (+83,8 %) fielen die Preisanstiege geringer aus. Gegenüber Juli 2022 verteuerte sich Erdgas über alle Abnehmergruppen um 24,6 %.
Mineralölerzeugnisse waren im August 2022 um 37,0 % teurer als im Vorjahresmonat, sanken jedoch gegenüber Juli 2022 um 3,2 %. Leichtes Heizöl verteuerte sich um 104,0 %, Kraftstoffe um 27,3 %.
Ohne Berücksichtigung der Energiepreise lagen die Erzeugerpreise im August 2022 um 14,0 % über dem Vorjahresniveau (+0,4 % gegenüber Juli 2022).
Deutliche Preissteigerungen bei Vorleistungsgütern
Die Preise für Vorleistungsgüter stiegen im August 2022 um 17,5 % im Vergleich zum Vorjahr und um 0,1 % gegenüber Juli 2022. Maßgeblich hierfür waren die Preissteigerungen bei Metallen mit einem Plus von 19,9 % im Jahresvergleich, wobei diese Preise gegenüber Juli 2022 um 1,0 % sanken.
Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 20,9 % teurer als im August 2021 (-3,2 % gegenüber Juli 2022), Nichteisenmetalle und deren Halbzeug kosteten 16,9 % mehr. Chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich um 32,9 % im Jahresvergleich. Besonders hervorzuheben sind die Preisanstiege bei Düngemitteln und Stickstoffverbindungen mit +108,8 %. Das Vorprodukt Ammoniak kostete 175,9 % mehr als im August 2021.
Auch Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten verdoppelten sich im Preis (+108,2 %), während Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln um 133,3 % teurer war. Futtermittel für Nutztiere verteuerten sich um 37,6 %, sanken aber gegenüber dem Vormonat um 1,2 %. Zeitungsdruckpapier war 92,8 % teurer, Getreidemehl 46,4 %.
Niedriger als im Vorjahresmonat waren die Preise für Holz insgesamt (-13,0 % gegenüber dem Höchststand im August 2021) und metallische Sekundärrohstoffe (-12,3 %).
Anstieg bei Verbrauchsgütern und Investitionsgütern
Die Preise für Verbrauchsgüter lagen im August 2022 um 16,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats und stiegen gegenüber Juli 2022 um 0,8 %. Nahrungsmittel verteuerten sich um 22,3 % im Jahresvergleich. Besonders betroffen waren Butter (+74,6 %) und unbehandelte pflanzliche Öle (+51,4 %). Flüssige Milch kostete 35,3 % mehr, Kaffee 32,5 % und Fleisch ohne Geflügel 27,5 %.
Gebrauchsgüter waren im August 2022 um 10,9 % teurer als ein Jahr zuvor, hauptsächlich bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+13,2 %).
Investitionsgüter verzeichneten einen Preisanstieg von 7,8 % im Jahresvergleich. Den größten Einfluss hatten hier die Preissteigerungen für Maschinen mit einem Plus von 9,3 %, gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+6,2 %). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für Metallkonstruktionen (+20,3 %), Turbinen (+19,8 %) und Ventilatoren (+18,1 %).
