Energiepreise beeinflussen weiterhin die Entwicklung
Der Anstieg der gewerblichen Erzeugerpreise im Jahresvergleich ist primär auf die Entwicklung der Energiepreise zurückzuführen. Diese haben einen hohen Anteil am Gesamtindex und zeigten außergewöhnlich hohe Preisveränderungen. Auch die Preise für Verbrauchsgüter, Vorleistungsgüter, Gebrauchsgüter und Investitionsgüter stiegen deutlich an, teilweise bedingt durch die Energiepreisentwicklung. Der Rückgang des Erzeugerpreisindex im Vormonatsvergleich ist ebenfalls hauptsächlich auf die Energiepreise zurückzuführen.
Im November 2022 lagen die Energiepreise durchschnittlich 65,8 % höher als im Vorjahresmonat. Den größten Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate hatten die Preissteigerungen für Erdgas in der Verteilung und elektrischen Strom. Gegenüber dem Vormonat Oktober sanken die Energiepreise im Durchschnitt um 9,6 %, hauptsächlich durch Rückgänge bei Erdgas in der Verteilung und elektrischem Strom. Bereits im Oktober waren die Energiepreise um 10,4 % gegenüber September 2022 gefallen.
Details zu Erdgas und Strom
Erdgas in der Verteilung kostete im November 2022 92,6 % mehr als im November 2021. Für Handel und Gewerbe erhöhten sich die Preise um 114,0 %, für Wiederverkäufer um 100,1 %. Industrieabnehmer zahlten 53,0 % mehr, und für Kraftwerke war Erdgas 43,9 % teurer. Im Vergleich zum Vormonat Oktober 2022 wurde Erdgas über alle Abnehmergruppen hinweg um 11,8 % günstiger, insbesondere durch Preisrückgänge für Großabnehmer.
Strom war über alle Abnehmergruppen betrachtet 74,9 % teurer als im November 2021. Für Weiterverteiler stiegen die Preise um 117,2 %, für Sondervertragskunden um 61,6 %. Gewerbliche Anlagen, oft mit tarifgebundenen Verträgen, zahlten 21,0 % mehr, private Haushalte 19,5 %. Im Vormonatsvergleich sanken die Preise für elektrischen Strom über alle Abnehmergruppen im November um 9,2 %. Während Großabnehmer weniger zahlen mussten, stiegen die Preise für kleinere Abnehmer.
Mineralölerzeugnisse waren 21,8 % teurer als im November 2021, sanken aber gegenüber Oktober 2022 um 7,9 %. Leichtes Heizöl kostete 51,3 % mehr als ein Jahr zuvor (–16,9 % gegenüber Oktober 2022). Die Preise für Kraftstoffe stiegen um 18,8 % (–7,5 % gegenüber Oktober 2022).
Entwicklung ohne Energiepreise
Ohne Berücksichtigung von Energie waren die Erzeugerpreise im November 2022 um 12,7 % höher als im Vorjahresmonat und sanken gegenüber Oktober 2022 um 0,2 %.
Verbrauchsgüter und Nahrungsmittel
Die Preise für Verbrauchsgüter stiegen im November 2022 um 18,5 % gegenüber dem Vorjahr und leicht um 0,2 % gegenüber Oktober 2022. Nahrungsmittel waren 24,2 % teurer als im Vorjahr. Besonders hohe Preissteigerungen gab es bei Zucker (+54,8 %), Schweinefleisch (+42,5 %), Käse und Quark (+40,2 %), Butter (+37,1 %), Milch (+34,7 %) und Kaffee (+25,2 %).
Vorleistungsgüter: Metalle und Holz
Vorleistungsgüter waren im November 2022 um 13,8 % teurer als ein Jahr zuvor, sanken aber gegenüber Oktober 2022 um 0,7 %. Die Preissteigerungen für Metalle (+12,8 %) hatten einen großen Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate in diesem Bereich, wobei die Metallpreise gegenüber dem Vormonat Oktober 2022 um 1,8 % sanken.
Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen waren 16,1 % teurer als im November 2021. Holz in Form von Plättchen oder Schnitzeln stieg um 146,0 %, Pellets und Briketts aus Sägenebenprodukten um 126,7 %. Zeitungsdruckpapier verteuerte sich um 84,9 %. Getreidemehl war 39,2 % teurer, Futtermittel für Nutztiere 26,8 % teurer. Chemische Grundstoffe, Düngemittel und Stickstoffverbindungen verteuerten sich um 26,0 % gegenüber dem Vorjahr, wobei Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit +74,9 % besonders stark stiegen. Ammoniak, ein wichtiges Vorprodukt für die Düngemittelherstellung, kostete 64,6 % mehr.
Niedriger als im Vorjahresmonat waren die Preise für Nadelschnittholz (–16,0 %) und Sekundärrohstoffe (–18,1 %).
Gebrauchs- und Investitionsgüter
Die Preise für Gebrauchsgüter waren im November 2022 um 11,1 % höher als ein Jahr zuvor, hauptsächlich bedingt durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+13,3 %).
Investitionsgüter kosteten 7,8 % mehr als im Vorjahr. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate hatten die Preissteigerungen für Maschinen (+10,0 %), gefolgt von Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+5,7 %). Besonders stark stiegen die Preise unter anderem für gewerbliche Geschirrspülmaschinen (+24,0 %) und Turbinen (+20,4 %).
