Historischer Anstieg der Erzeugerpreise
Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lagen im Oktober 2021 um 18,4 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dies stellt den höchsten Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit November 1951 dar, als ein Plus von 20,6 % verzeichnet wurde. Im Vergleich zum Vormonat September 2021 erhöhten sich die gewerblichen Erzeugerpreise um 3,8 %. Hauptursächlich für diese Entwicklung war die Preisentwicklung im Energiebereich.
Preisentwicklung bei Vorleistungsgütern
Vorleistungsgüter verteuerten sich im Oktober 2021 um 18,1 % im Jahresvergleich. Gegenüber dem Vormonat September stiegen diese Preise um 0,9 %. Den größten Einfluss auf die jährliche Veränderungsrate bei den Vorleistungsgütern hatten Metalle, deren Preise insgesamt um 37,8 % zulegten. Innerhalb dieser Kategorie stiegen die Preise für Roheisen, Stahl und Ferrolegierungen um 56,4 %.
Nichteisenmetalle und deren Halbzeuge waren insgesamt 29,8 % teurer. Aluminium in Rohform verzeichnete einen Preisanstieg von 67,4 % im Jahresvergleich und stieg allein gegenüber September 2021 um 13,1 %. Besonders hohe Preisanstiege gegenüber dem Vorjahr gab es bei nichtmetallischen Sekundärrohstoffen mit +95,7 % und Nadelschnittholz mit +91,8 %. Die Preise für Nadelschnittholz gaben jedoch gegenüber dem Vormonat September um 9,9 % nach. Verpackungsmittel aus Holz waren 82,0 % teurer als ein Jahr zuvor.
Ebenfalls deutliche Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahresmonat zeigten Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit +26,9 % (+5,2 % gegenüber September 2021). Kunststoffe in Primärformen verteuerten sich um 23,2 % im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Preise für Futtermittel für Nutztiere stiegen um 22,6 %, für Getreidemehl um 16,1 %.
Entwicklung bei Gebrauchs- und Investitionsgütern
Die Preise für Gebrauchsgüter lagen im Oktober 2021 um 3,4 % über dem Vorjahresniveau, maßgeblich beeinflusst durch die Preisentwicklung bei Möbeln (+4,3 %). Investitionsgüter, darunter Maschinen und Fahrzeuge, kosteten 3,2 % mehr. Hier war der Preisanstieg bei Stahl- und Leichtmetallbauerzeugnissen mit +14,4 % besonders hoch, gefolgt von Metallbehältern, Heizkörpern und Heizkesseln mit +10,6 %.
Verbrauchsgüter und Nahrungsmittel
Verbrauchsgüter waren im Oktober 2021 um 3,0 % teurer als im Oktober 2020 und stiegen gegenüber September 2021 um 0,5 %. Nahrungsmittel verteuerten sich im Jahresvergleich um 3,7 %. Besonders stark stiegen die Preise für pflanzliche, nicht behandelte Öle (+48,3 %), Butter (+18,8 %) und Rindfleisch (+14,2 %). Backwaren kosteten 3,7 % mehr. Im Gegensatz dazu war Schweinefleisch im Oktober 2021 um 5,1 % günstiger als im Vorjahresmonat.
