Herausforderungen und Perspektiven in den Mitgliedstaaten des Landmaschinenhandels
Im Rahmen der sogenannten „Presidentreports“ stellten die Ländervertreter die aktuelle Situation in ihren Märkten dar. Für Deutschland präsentierte Bundesinnungsmeister Norbert Stenglein drei zentrale Themen: das neu geordnete Bildungssystem mit dem Karriereplan LandBauTechnik, die neuen Karriere-Steps inklusive der Meisterprüfungsverordnung sowie die neue verbandliche Organisationsstufe für Gabelstapler-Fachhändler, die Bundesfachgruppe FFZ.
Anne Fradier von der Organisation SEDIMA referierte zum Dealer Satisfaction Index (DSI). Ulrich Beckschulte, Geschäftsführer im LandBauTechnik, gab Einblicke in Branchentrends und aktuelle Statistikdaten. Dabei zeigte sich, dass die Lage in ganz Europa ähnlich ist: Der Climmar-Index verzeichnet weiterhin ein deutliches Minus. Beckschulte äußerte jedoch die Hoffnung, dass die Talsohle im europäischen Handel und Handwerk der Land- und Baumaschinen-Branche erreicht sein könnte.
Die Halbjahreswerte für Januar bis Juni 2024 zeigten zwar einen erneuten Rückgang, die Erwartungen für das zweite Halbjahr 2024 sind jedoch leicht besser, wenn auch weiterhin im Minus. Der Index sei jedoch lange nicht mehr so stark ins Minus gerutscht, was die gegenwärtige Lage als „äußerst angespannt“ bewerten lässt. Die Analyse des europäischen Branchen-Dachverbands Climmar, für den der deutsche LandBauTechnik-Bundesverband die Umfrage durchführt, zeigt das größte Minus im Maschinenhandel, insbesondere im Neumaschinengeschäft.
Der Absatz von Neumaschinen ist europaweit schwierig und rückläufig, da die Nachfrage verhalten ist, Kunden Finanzierungsprobleme haben und Investitionen verschieben oder aussetzen. Gleichzeitig sind die Lager voll, während die Zinsen steigen und Linienkürzungen drohen, was die Situation als „hochexplosiv“ beschreibt. Entspannter stellt sich die Situation im Servicebereich dar, also bei Werkstatt- und Ersatzteilumsätzen. Beckschulte betonte: „Hier lässt sich europaweit Konstanz erkennen, Werkstatt und Teilebereich sind die Basis unseres serviceorientierten Gewerbes.“
Externe Impulse und zukünftige Ausrichtung des Climmar Kongresses
Dr. Michael Oelck, Hauptgeschäftsführer des LandBauTechnik-Bundesverbands, hob die Beteiligung externer Referenten hervor. Timo Zipf von der DLG gab Einblicke in die Planungen zur Agritechnica 2025. Holger Schwanneke, Generalsekretär des ZDH, thematisierte die Herausforderungen in Europa und mahnte: „Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft droht verloren zu gehen. Das stimmt. Und das muss spätestens jetzt ein Weckruf für unsere Politik sein. Denn so, da sind sich alle einig, kann es nicht weitergehen!“ Er forderte den schnellen Abbau bürokratischer Hürden und das Prinzip „Think Small First“ als Leitmotiv für die europäische Gesetzgebung.
Zusätzlich wurden Christophe Tissier von der CEMA und Dr. Doris Marquardt von der Europäischen Kommission (Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung) zugeschaltet. Die verschiedenen Arbeitsgruppen stellten zudem ihre Ergebnisse und Diskussionsgrundlagen vor. Ein neues Mitglied wurde in die Climmar-Gemeinschaft aufgenommen: Finnland, vertreten durch Juha Ala-Hiiro aus Helsinki.
Der Kongress endete mit einem Ausblick auf die nächste Tagung im Jahr 2026, die in Turin, Italien, stattfinden wird. Präsident Roberto Rinaldin kündigte an, dass er 2025 seinen „Staffelstab“ weiterreichen wird. Neben den offiziellen Sitzungen bot ein kulturelles Rahmenprogramm am Folgetag Gelegenheit zum weiteren Austausch der Teilnehmer.
