Umfassende Empfehlungen für Schutzgebietsmanager
Der Klimawandel stellt Naturschutzgebiete in Europa vor erhebliche Herausforderungen. Die Anpassung von Management- und Schutzstrategien in Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten ist notwendig, doch fehlen bislang umfassende Erfahrungswerte und konkrete Handlungsempfehlungen. Diese Lücke schließt das Buch „Managing Protected Areas in Central and Eastern Europe under Climate Change“.
Das Handbuch ist das Ergebnis des Projekts HABIT-CHANGE, welches vom Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) geleitet wurde. 17 Forschungseinrichtungen, Naturschutzbehörden und Schutzgebietsverwaltungen aus Mittel- und Osteuropa erarbeiteten gemeinsam Empfehlungen. Diese bilden eine praktische Anleitung für das Management von Schutzgebieten, um auf die Auswirkungen des Klimawandels zu reagieren.
Anpassungsmaßnahmen und Fallbeispiele
Für die Umsetzung geeigneter Klimaanpassungsmaßnahmen ist es entscheidend, in den Schutzgebieten die Fähigkeit zu entwickeln, Klimafolgen und deren Wechselwirkungen mit anderen Belastungsfaktoren zu erkennen, zu bewerten und zu dokumentieren. Basierend auf den im dreieinhalbjährigen Projekt erhobenen Daten und entwickelten Methoden, zeigt das Handbuch Wege zu einem optimierten Schutzgebietsmanagement auf.
Kurze Beispiele aus mittel- und osteuropäischen Untersuchungsgebieten illustrieren die lokalen Auswirkungen des Klimawandels und deren Konsequenzen für das künftige Management. Der Fokus liegt dabei auf Lebensräumen, die besonders empfindlich auf sich ändernde Klimabedingungen reagieren. Dazu zählen alpine Gebiete, Feuchtgebiete, Wälder, Graslandschaften und Küstengebiete.
Die Fallbeispiele verdeutlichen nicht nur den Nutzen von Anpassungsmaßnahmen, sondern zeigen auch potenzielle Hindernisse bei der praktischen Umsetzung auf. Das Buch greift die Erkenntnis auf, dass der Austausch von Erfahrungen im Gebietsmanagement für die Projektpartner besonders wertvoll war, da unterschiedliche Perspektiven zu neuen Lösungen führten.
Hintergrund des Projekts HABIT-CHANGE
Das Projekt HABIT-CHANGE untersuchte von 2010 bis 2013 grenzüberschreitend, wie der Klimawandel Europas große Naturschutzgebiete und die biologische Vielfalt beeinflusst. Es erforschte, wie Veränderungen überwacht und geeignete Anpassungsmaßnahmen umgesetzt werden können. Im Rahmen des Projekts wurden Instrumente wie ein Monitoringsystem zur Erfassung von Habitatveränderungen und Managementpläne, die klimatische Veränderungen berücksichtigen, entwickelt.
Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) ist eine raumwissenschaftliche Forschungseinrichtung der Leibniz-Gemeinschaft. Es erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für eine dauerhaft umweltgerechte Entwicklung von Städten und Regionen und konzentriert sich dabei auf ökologische Fragen nachhaltiger Entwicklung.