Naturschutz

„Fairpachten“: Biodiversität auf Agrarflächen durch Pachtverträge fördern

Das Projekt „Fairpachten“ fördert die biologische Vielfalt auf Agrarflächen durch die Einbindung von Grundbesitzern. Mit Beratungs- und Informationsangeboten sollen Eigentümer für eine naturverträgliche Verpachtung ihrer Flächen gewonnen werden.

Pachtverträge als Instrument für den Naturschutz

Das Projekt „Fairpachten“ zielt darauf ab, die biologische Vielfalt auf Agrarflächen durch die Einbindung von Grundbesitzern zu erhalten und zu steigern. Mit Beratungs- und Informationsangeboten sollen Eigentümer für eine naturverträgliche Verpachtung ihrer Flächen gewonnen werden.

Das Bundesumweltministerium fördert dieses Modellvorhaben der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt mit 935.000 Euro. Das Projekt läuft bis 2023 und wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) fachlich betreut.

Rund 60 Prozent der Agrarfläche in Deutschland wird von Grundbesitzern an Landwirte verpachtet.

Dieses bislang kaum genutzte Flächenpotenzial wird durch das Projekt "Fairpachten" jetzt für den Naturschutz erschlossen. Indem Grundbesitzerinnen und -besitzer bereits in ihren Pachtverträgen eine naturverträgliche Bewirtschaftung der Flächen festschreiben, können sie entscheidend dazu beitragen, die Biodiversität deutscher Kulturlandschaften zu erhalten und zu steigern.

Die biologische Vielfalt ist insbesondere auf genutzten Flächen wie Wiesen und Weiden in Deutschland zunehmend bedroht. Dies belegt die Rote Liste der Biotoptypen, die das Bundesamt für Naturschutz 2017 veröffentlicht hat. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung bei den Arten der Agrarlandschaft.

So ist etwa bei den Feldvögeln ein dramatischer Rückgang zu verzeichnen, gleiches gilt für die Ackerwildkräuter. Um diesem Verlust entgegenzuwirken, müssen wesentlich mehr Flächen als bislang naturverträglich bewirtschaftet werden.

Vertragsgestaltung für mehr Biodiversität

Ziel von „Fairpachten“ ist es, Verpachtende landwirtschaftlicher Flächen dabei zu unterstützen, durch die Pachtvertragsgestaltung die Biodiversität ihrer Flächen zu erhalten und zu erhöhen. Dies soll unter anderem durch einen geplanten Vertragsbaukasten mit Modulen und Musterverträgen ermöglicht werden. Darin kann eine naturverträgliche Bewirtschaftung auf den verpachteten Flächen festgeschrieben werden.

Vertraglich vereinbart werden könnten beispielsweise eine umweltschonende, ökologische Bewirtschaftung ohne Pestizide, das Anlegen von Ackerrandstreifen oder eine extensive Grünlandnutzung, bei der wenige Tiere auf großer Fläche weiden. Langfristig soll zudem ein Beratungsnetzwerk etabliert werden, das allen interessierten Grundbesitzern bundesweit zur Verfügung steht.

Das Projekt wird von der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe koordiniert, die über langjährige Erfahrung als Verpächterin von Naturschutzflächen verfügt.

Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) wird seit 2011 durch das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt. Gefördert werden Vorhaben, denen im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung zukommt oder die diese Strategie in beispielhafter Weise umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und mittel- bis langfristig in einen positiven Trend umzukehren. Sie dienen dem Schutz und der nachhaltigen Nutzung sowie der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über die rechtlich geforderten Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen der Information und Kommunikation tragen dazu bei, das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt zu stärken.

06.03.2018

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