Beetpflanzen und Gehölze

Herbstliche Farbenpracht im Garten: Licht und Stauden im Fokus

Der Herbst verwandelt Gärten mit besonderem Licht und einer neuen Farbpalette. Stefan Czekalla von Flother Staudenkulturen betont die untrennbare Verbindung von Licht und Farbe. Er setzt auf bunte Blüten und Blätter, um stimmungsvolle Kompositionen zu schaffen, die über den Sommer hinaus begeistern.

Die Magie des Herbstlichts und seine Wirkung auf die Gartenlandschaft

Der Herbst verändert die Gartenlandschaft durch ein besonderes Licht und eine neue Farbpalette. Das vormals dominante Grün des Sommers tritt zurück, und das Licht schimmert durch die sich verfärbenden Blätter, was zu spezifischen Lichtsituationen führt.

Für Stefan Czekalla von Flother Staudenkulturen sind Licht und Farbe im Herbst untrennbar miteinander verbunden. Er misst bunten Blüten und Blättern in der Gestaltung den gleichen Stellenwert bei. Ein Beispiel hierfür ist ein fast 100 Jahre alter Japanischer Ahorn in seiner Gärtnerei, dessen geschlitztes Laub sich im Herbst tiefrot färbt. Dazu kombiniert er bewusst Elfenblumen (Epimedium), deren Blätter auch im Winter grün bleiben, anstatt bunter Blüten. Spätblühende Stauden wie Astern und Japan-Anemonen (Anemone japonica, A. hupehensis) ergänzen diese Komposition.

Die herbstliche Farbenpracht verteilt sich oft an verschiedenen Stellen im Garten und bildet eine stimmungsvolle Gesamtkomposition. Viele Stauden bieten einen zusätzlichen Herbstaspekt, der ursprünglich nicht eingeplant war. So leuchten zahlreiche Arten von Storchschnabel (Geranium) und Wolfsmilch (Euphorbia) im Herbst in Gelb-, Orange- oder Rottönen. Funkien (Hosta) tragen ein intensives Gelb bei, und Bergenienblätter (Bergenia) zeigen oft bis zum Frühjahr ein klares Rot.

Auf diesen Grundsortimenten, die in vielen Gärten vorhanden sind, lässt sich aufbauen, beispielsweise mit Blütenstauden und Ziergräsern. Zu den bevorzugten späten Blühwundern zählen für Stefan Czekalla violette Astern, insbesondere filigrane, kleinblütige Sorten wie die Myrtenaster (Aster ericoides). Diese fügen sich gut in naturnahe Gestaltungen ein, etwa in Kombination mit Schönastern (Kalimeris incisa, z.B. 'Madiva') und Silber-Ährengras (Stipa calamagrostis).

Gräser dürfen im Herbst ohnehin nicht fehlen, das sind für mich die Lichtfänger schlechthin, sie sehen auch mit Tautropfen behängt oder mit Raureif überzogen fantastisch aus und bilden eine liebliche Kulisse sowohl für filigrane als auch für plakativere Stauden.

Obwohl ein Trend zu zurückhaltenderen Nuancen in der herbstlichen Beetgestaltung erkennbar ist, bleiben kräftige, warme bis knallige Farben gefragt. Diese werden unter anderem von Astern, Chrysanthemen, Fetthennen (Sedum), Goldastern (Chrysopsis), Goldruten (Solidago) und Scheinsonnenhüten (Echinacea) eingebracht. Bei den Echinaceen sind die lange Blütezeit und die leuchtstarken Farben von Bedeutung, wobei Wert auf standfeste, gesunde und winterharte Sorten gelegt wird. Wildarten wie Echinacea pallida lassen sich gut mit anderen Stauden vergesellschaften.

Auch in Kästen und Kübeln lassen sich stimmungsvolle Herbstarrangements gestalten. Stefan Czekalla verwendet hierfür hochwertige Terrakottatöpfe und bepflanzt diese mit Taglilien, deren Laub sich nach der Blüte gelb verfärbt. Eine weitere Möglichkeit sind Kombinationen aus buntlaubigen Purpurglöckchen, gestreifter Japan-Segge (Carex morrowii, z.B. 'Variegata') und Bergenien. Funkien (Hosta), Japan-Waldgras (Hakonechloa macra) und Japanisches Blutgras (Imperata cylindrica) sind ebenfalls attraktive Topbewohner.

In größeren Kübeln kombiniert er auch kleinere Gehölze mit Stauden, indem er beispielsweise einen Ahorn mit Schwarzem oder Japanischem Schlangenbart (Ophiopogon planiscapus, O. japonicus) unterpflanzt. Dazu passt die Traubenlilie (Liriope), die mit ihren auffälligen, je nach Sorte lilafarbenen oder weißen Blütenständen von August bis in den Spätherbst hinein über dem wintergrünen, grasartigen Blattschopf leuchtet.

24.06.2017

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