Potenzielle Probleme bei der Kombination von Druckentwässerung und Dachbegrünung
Ein zentraler Aspekt bei der Entwässerung mittels Druckströmung ist der in die Grünfläche hineinragende Rückstaubereich. Hier können vegetationstechnische Probleme entstehen, insbesondere wenn ungünstige Dachgeometrien und stark abflussverzögernde Gründachaufbauten zusammentreffen. Dies kann zu Vernässungen in den betroffenen Bereichen führen. Die Auswirkungen auf Extensivbegrünungen ähneln denen auf Dächern ohne Gefälle. In einigen Fällen wurde das Aufschwemmen leichter Substratbestandteile beobachtet, und Vegetationsumbildungen können einen erhöhten Pflegeaufwand nach sich ziehen.
Empfehlungen für Planung und Ausführung
Um negativen vegetationstechnischen Aspekten vorzubeugen und die volle Funktionsfähigkeit der Druckentwässerung zu gewährleisten, spricht die FBB-Projektgruppe folgende Empfehlungen für Planung und Ausführung aus:
- Für eine gleichmäßige Füllung des Entwässerungssystems sind Teilflächen mit identischem Abflussverhalten erforderlich. Eine Kombination von Kies- und Grünflächen ist beispielsweise nicht geeignet.
- Neben der maximal anschließbaren Fläche sind die Mindestanforderungen der Druckströmungsgullys zu beachten.
- Bei zu geringen Abflussmengen sollte auf eine Freispiegelentwässerung umgestellt werden.
- Um die Leistungsfähigkeit der Druckströmungsgullys nicht zu beeinträchtigen, darf der Abfluss im Nahbereich der Abläufe nicht behindert werden. Kontrollschächte sind ausreichend zu dimensionieren und bei mehrschichtiger Bauweise oberhalb der Flächendränage anzuordnen.
- Im Nahbereich der Abläufe sind abflussbeschleunigende Maßnahmen erforderlich. Dies kann beispielsweise durch das Freihalten eines Feldes von zwei mal zwei Metern um den Ablauf oder durch den Einsatz von Dränelementen oder Dränprofilen mit ausreichender Leistungsfähigkeit geschehen.
