Internationale Initiativen zum Schutz fragiler Ökosysteme
Das Sekretariat der Internationalen Feuchtgebietskonvention, bekannt als Ramsar-Konvention, ruft anlässlich des jährlichen Welttags der Feuchtgebiete zum Handeln auf. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) unterstützt weltweit Maßnahmen zum Schutz von Feuchtgebieten und Mooren. Ziel ist es, die Auswirkungen der Klimakrise und den Verlust der Artenvielfalt zu mindern.
Im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) werden bereits elf Projekte mit einem Gesamtvolumen von 52 Millionen Euro gefördert. Für das Jahr 2022 sind vier weitere Vorhaben mit 32 Millionen Euro geplant. Dazu gehört ein regionales Projekt, das am 1. Januar startete und sich der Sicherung von Biodiversitäts-, Kohlenstoff- und Wasserspeichern in den Mooren des Kongobeckens widmet.
Feuchtgebiete gehören zu den vielseitigsten und zugleich gefährdetsten Ökosystemen der Erde. Seen und Flüsse, Moore und Sümpfe, Korallenriffe und Mangrovenwälder sind nicht nur als Lebensräume für seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten schützenswert. Sie stellen auch für den Menschen lebenswichtige Ökosystemleistungen bereit. Intakte Feuchtgebiete versorgen uns mit Trinkwasser und Nahrung, verbessern die Wasserqualität und schützen uns vor Naturkatastrophen wie Überschwemmungen. Sie können als langfristige Kohlenstoffspeicher einen wichtigen Beitrag zum natürlichen Klimaschutz leisten. Wir müssen diese fragilen Ökosysteme daher dringend schützen, um gegen die Klimakrise und den weltweiten Biodiversitätsverlust anzugehen.
Auf nationaler Ebene sind in Deutschland 35 Gebiete mit einer Fläche von insgesamt 869.000 Hektar als Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung ausgewiesen. International engagiert sich Deutschland für den Erhalt, die Wiederherstellung, die Vernetzung und das nachhaltige Management dieser Ökosysteme.
Ein zentrales Vorhaben im Kongobecken betrifft die Moore der „Cuvette Centrale“ in der Republik Kongo und der Demokratischen Republik Kongo. Diese seit 2017 kartierten Moore umfassen schätzungsweise 145.000 Quadratkilometer und speichern etwa 30 Gigatonnen Kohlenstoff. Damit bilden sie den größten zusammenhängenden tropischen Moorkomplex weltweit.
Die Region zeichnet sich durch eine hohe Artenvielfalt aus, darunter die größte Dichte an westlichen Flachlandgorillas sowie Bonobos, Schimpansen und Waldelefanten. Mehrere Schutzgebiete, darunter Ramsar-Feuchtgebiete wie das „Ngiri-Tumba-Maindombe-Gebiet“, sind dort angesiedelt. Letzteres ist mit 6,7 Millionen Hektar das zweitgrößte Feuchtgebiet der Welt und enthält die größte kontinentale Süßwassermasse Afrikas.
Zur Erhaltung dieses Lebensraums wird das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gemeinsam mit Partnern über sechs Jahre Aktionspläne für gefährdete Arten entwickeln und in Pilotprojekten umsetzen. Zudem soll ein Managementplan zur Erhaltung der Wasserressourcen erarbeitet werden, der ein Monitoringsystem für die Moore einschließt. Für diese Maßnahmen stellt die IKI 15 Millionen Euro bereit.
Hintergrund der Ramsar-Konvention
Die Ramsar-Konvention wurde am 2. Februar 1971 in Ramsar, Iran, von 18 Vertragsstaaten unterzeichnet. Der jährliche Weltfeuchtgebietstag am 2. Februar macht auf die Bedeutung von Feuchtgebieten und dieses völkerrechtliche Abkommen aufmerksam. Die Konvention bildet den Rahmen für nationale Maßnahmen und internationale Zusammenarbeit zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung von Feuchtgebieten und ihren Ressourcen.
Aktuell gehören der Konvention 172 Vertragsstaaten an (Stand: Januar 2022), die insgesamt 2435 Feuchtgebiete internationaler Bedeutung mit einer Gesamtfläche von über 2,5 Millionen Quadratkilometern gemeldet haben. Die Vertragsstaatenkonferenzen (COP) finden alle drei Jahre statt. Die nächste Konferenz ist voraussichtlich im November 2022 in Wuhan, China, geplant und wird die Vertragsstaaten unter anderem zur Wiederherstellung degradierter Feuchtgebiete auffordern.
