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Treibhausgasemissionen in Deutschland: Stärkster Rückgang seit 1990

Deutschland verzeichnete 2023 den stärksten Rückgang der Treibhausgasemissionen seit 1990, eine Reduktion um 10,3 Prozent. Gründe sind gesunkene Kohleverstromung und Ausbau erneuerbarer Energien. Neue Waldinventurdaten zeigen jedoch höhere Emissionen im Landnutzungssektor.

Detaillierte Analyse der Emissionsentwicklung nach Sektoren

Der Energiewirtschaft verzeichnete den stärksten Rückgang der Treibhausgasemissionen. Hier sanken die Emissionen 2023 um rund 54,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, beziehungsweise 21,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist auf einen verminderten Einsatz fossiler Brennstoffe zur Strom- und Wärmeerzeugung zurückzuführen, insbesondere bei Braun- und Steinkohle sowie Erdgas. Weitere Faktoren waren der Ausbau erneuerbarer Energien, der Wechsel von einem Stromexport- zu einem Stromimportüberschuss, eine gesunkene Energienachfrage, Energieeinsparungen infolge höherer Verbraucherpreise und milde Witterungsverhältnisse.

In der Industrie sanken die Emissionen das zweite Jahr in Folge auf rund 153 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente, ein Rückgang von über elf Millionen Tonnen oder sieben Prozent. Auch hier war der gesunkene Einsatz fossiler Brennstoffe, insbesondere von Erdgas und Steinkohle, ausschlaggebend. Negative konjunkturelle Entwicklungen und gestiegene Herstellungskosten, die zu Produktionsrückgängen führten, trugen ebenfalls dazu bei.

Der Gebäudesektor reduzierte seine Emissionen um 7,6 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente auf rund 103 Millionen Tonnen, ein Minus von 6,9 Prozent. Dies wurde durch Energieeinsparungen aufgrund milder Wintermonate 2023 und vergleichsweise hoher Verbraucherpreise begünstigt. Der hohe Zubau an Wärmepumpen wirkte sich ebenfalls positiv aus, da weniger Erdgas und Heizöl eingesetzt wurden.

Im Verkehr wurden 2023 rund 145 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen, ein Rückgang von 2,5 Millionen Tonnen oder 1,7 Prozent. Dieser Rückgang ist maßgeblich auf einen geringeren Dieselverbrauch durch schwere Nutzfahrzeuge im Straßenverkehr zurückzuführen.

Die Landwirtschaft verzeichnete einen Rückgang der Treibhausgasemissionen um etwa 0,9 Millionen Tonnen auf 63 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Dies resultiert hauptsächlich aus Reduktionen der Emissionen aus landwirtschaftlichen Böden und der Düngeranwendung.

Die Berechnung der Emissionen aus Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) berücksichtigte erstmals die Ergebnisse der vierten Bundeswaldinventur. Die Dürrejahre ab 2018, die in den Inventurzeitraum 2018 bis 2022 fielen, führten zu einem großflächigen Absterben von Fichtenmonokulturen. Infolgedessen konnte der Wald in diesem Zeitraum die Emissionen aus anderen Quellen, wie trockengelegten Moorböden, nicht mehr überwiegend kompensieren und war selbst eine CO₂-Quelle.

Emissionen nach Treibhausgasarten

Kohlendioxid (CO₂) dominierte 2023 mit 88,4 Prozent die Treibhausgasemissionen, hauptsächlich aus der Verbrennung fossiler Energieträger. Die restlichen Emissionen verteilen sich auf Methan (CH₄) mit 6,7 Prozent und Lachgas (N₂O) mit knapp 3,6 Prozent, wobei letzteres stark vom Bereich der Landwirtschaft beeinflusst wird. Gegenüber 1990 sanken die Emissionen von Kohlendioxid um 43,7 Prozent, Methan um 66,3 Prozent und Lachgas um 53,9 Prozent.

Fluorierte Treibhausgase (F-Gase) verursachen insgesamt nur etwa 1,4 Prozent der Treibhausgasemissionen, besitzen jedoch zum Teil ein hohes Treibhauspotenzial. Seit 1995 sind die fluorierten Treibhausgasemissionen um 41,4 Prozent gesunken.

Die hier aufgeführten Kategorien entsprechen der Systematik des Klimaschutzgesetzes und weichen von der Systematik für die internationale Klimaberichterstattung ab, wobei die Gesamtemissionen identisch sind. Gemäß den internationalen Berichterstattungsregeln für Treibhausgasemissionen wird die gesamte Zeitreihe seit 1990 neu berechnet, was zu Abweichungen gegenüber früheren Berichterstattungen führen kann.

Änderungen von minus 1,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten gegenüber den prognostizierten Emissionsdaten für 2023 nach Klimaschutzgesetz sind auf Aktualisierungen vorläufiger statistischer Informationen zurückzuführen. Änderungen von plus 64,7 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten im LULUCF-Sektor gegenüber der letzten Berichterstattung nach Klimaschutzgesetz sind eine Folge neuer Daten der Bundeswaldinventur sowie der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft und des Moorbodenmonitorings.

15.01.2025

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