Nachhaltige Gewässerentwicklung und Wasserkraftnutzung in Bayern
Das Werk bündelt neueste Forschungsergebnisse. Weitere Handbücher zu Fischabstiegen und zum Fischschutz sind geplant. Fischtreppen sollen die Belange von Energie und Natur in Einklang bringen. Einerseits ermöglichen sie die Nutzung der Wasserkraft als regenerative Energieform, andererseits unterstützen sie die natürlichen Instinkte von Wasserlebewesen, zu Laichplätzen oder angestammten Lebensräumen zu wandern. Insbesondere gefährdete Fischarten wie Äsche, Barbe oder Nase können davon profitieren.
Bayerns Flüsse sind Lebensadern unserer Heimat: Sie sind Lebensraum für die Tier- und Pflanzenwelt, aber auch Verkehrswege und Energiequelle. Ziel einer nachhaltigen Gewässerentwicklung ist es, diesen Schatz zu bewahren.
Ein Beispiel hierfür ist die Fischtreppe am Ludwigswehr in Landshut, die 2010/2011 errichtet wurde. Dort können Fische einen Höhenunterschied von über 4,5 Metern zwischen der Großen und Kleinen Isar überwinden. Die sogenannte Lockströmung, die Fischen hilft, den Aufstieg zu finden, wird gleichzeitig mit einer Wasserkraftschnecke zur Erzeugung von umweltfreundlichem Strom genutzt. So können jährlich 265.000 Kilowattstunden erzeugt und rund 76 Haushalte versorgt werden.
Bestand und Ausblick der Fischtreppen in Bayern
Das Landesamt für Umwelt hat rund 500 Fischtreppen an großen Gewässern erfasst; hinzu kommen zahlreiche Anlagen an kleineren Gewässern. In den kommenden Jahren sollen verstärkt Hindernisse auf den Hauptwanderwegen mit Fischaufstiegshilfen beseitigt und bestehende Fischtreppen verbessert werden.