Anforderungen an die Entwässerung des TV-Compounds und weiterer Flächen
Für die Fußball-Weltmeisterschaft wurde die Frankfurter Commerzbank Arena, ehemals Waldstadion, umfassend modernisiert. Im Zuge dessen entstand ein neuer TV-Compound, ein Stellplatz für Übertragungswagen mit medientechnischer Anbindung. Dieser Bereich wurde für die WM, den Bundesligabetrieb sowie für Großveranstaltungen wie Konzerte und Messen konzipiert.
Zusätzlich zum TV-Compound wurden Flächen für landschaftspflegerische Aktivitäten im Sportpark-Areal geschaffen. Dazu gehören Lagerflächen für Schüttgüter wie Sand, Splitt und Schotter, für Rasensoden, für Toranlagen und eine Halle zur Lagerung ausgebauter Sitze. Ein Waschplatz für Großrasenmäher und andere Pflegefahrzeuge wurde ebenfalls eingerichtet. Für diese Nutzungen wurde der ehemalige Hockeyplatz auf einer Fläche von 5.500 Quadratmetern versiegelt.
Besondere Herausforderungen durch Wasserschutzzone
Eine besondere Herausforderung stellte die unmittelbare Nähe einer Wasserschutzzone der Klasse II dar, in der ein Brunnen zur Trinkwassergewinnung liegt. Die Genehmigung für die Nutzung der Flächen war daher an die Bedingung geknüpft, das anfallende Oberflächenwasser sachgemäß zu behandeln. Ziel war ein System, das mögliche Schadstofffrachten im ablaufenden Wasser eliminiert.
Sämtliches Wasser, das auf der 5.500 Quadratmeter großen versiegelten Fläche anfällt – sei es durch Niederschlag, Fahrzeugwäsche oder andere Quellen – wird in einem geschlossenen Rinnensystem gesammelt. Von dort gelangt es in einen von zwei Leichtflüssigkeitsabscheidern.
Dimensionierung der Abscheideranlagen für optimale Reinigung
Der Großteil der befestigten Fläche entwässert in eine Anlage, deren Speichervolumina für mineralische Leichtflüssigkeiten und Schlamm jeweils 10.000 Liter betragen. Diese Dimensionierung soll auch größere Havarien abfangen. Aufgrund der Nähe zur Trinkwassergewinnung entspricht dieser Abscheider in Teilen den "Richtlinien für bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wasserschutzgebieten" (RiStWag).
Für das Wasser, das vom Fahrzeugwaschplatz abfließt, war eine separate Behandlung erforderlich. Dieses Wasser durchläuft zunächst einen Vorschlammfang, um Rasenschnittgut vor dem nachgeschalteten Abscheider zurückzuhalten. Der hier eingesetzte Abscheider entspricht den Reinigungsanforderungen der Klasse I und II und zeichnet sich durch Effizienz bei Wartungs- und Betriebskosten aus.
Der Abscheider verfügt über einen optimierten Koaleszenzeinsatz, der die Standzeiten der Anlage verlängert. Bei Verschmutzung kann der Einsatz zur Reinigung entnommen und wieder eingesetzt werden, ohne dass der gesamte Abscheiderinhalt entsorgt werden muss. Nach der Behandlung wird das Wasser über eine Versickerungsmulde dem natürlichen Wasserkreislauf zugeführt.
Effiziente Umsetzung des Projekts
Ein beauftragtes Unternehmen entwickelte das Konzept und setzte es in allen Phasen um. Der Leistungsumfang umfasste die Herstellung und Lieferung der Systemkomponenten, deren Einbau inklusive Krangestellung, die Endmontage mit einer Warnanlage sowie die Durchführung der Generalinspektion vor der Inbetriebnahme der Abscheider. Das Bauprojekt wurde koordiniert und ohne Schnittstellenverluste realisiert.
