Beetpflanzen und Gehölze, Die Grüne Stadt

Flatter-Ulme ist Baum des Jahres 2019

Die Flatter-Ulme wurde zum Baum des Jahres 2019 gekürt. Diese Wahl rückt die unbekannteste der drei heimischen Ulmenarten in den Fokus. Sie ist anspruchslos und leistet einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität.

Besondere Merkmale und Standortansprüche der Flatter-Ulme

Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis) wurde im Zoologischen Garten Berlin zum Baum des Jahres 2019 gekürt. Die Ausrufung und Pflanzung erfolgte in Anwesenheit von Bundesministerin Julia Klöckner. Auf der Vorschlagsliste des Kuratoriums Baum des Jahres (KBJ) standen zudem die Kornelkirsche (Corgus mas) und die Douglas-Tanne (Pseudotsuga menziesii).

Nach der Ess-Kastanie im Jahr 2018 fiel die Wahl auf einen Laubbaum, der vornehmlich in Flussauen und an feuchten Standorten vorkommt, aber auch als Straßen- und Parkbaum genutzt wird. Der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., Mitglied im KBJ, begrüßt die Entscheidung.

Durch die Wahl zum Baum des Jahres rückt die Flatter-Ulme nun endlich stärker in den Vordergrund. Von den drei in Mitteleuropa heimischen Ulmenarten ist sie nämlich am unbekanntesten. Sie wird häufig völlig zu Unrecht mit der Feld- und Bergulme in einen Topf geworfen, obwohl sich die drei morphologisch und ökologisch stark unterscheiden. Dabei ist die Flatter-Ulme weit weniger anspruchsvoll und leistet aufgrund ihrer Eigenschaften einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität.

Dies erklärte Markus Guhl, Hauptgeschäftsführer des BdB.

Die Flatter-Ulme, auch Flatter-Rüster genannt, ist ein sommergrüner Baum, der eine Höhe von bis zu 35 Metern erreichen kann. Ihre Rinde ist graubraun, anfangs glatt und später längsrissig. Die eiförmigen Blätter sind etwa 9 cm lang, doppelt gesägt, kurz gestielt und weisen einen asymmetrischen Blattgrund auf.

Als Tiefwurzler bevorzugt die Flatter-Ulme sandige bis lehmige sowie schwach saure bis alkalische Böden. Ihre Blüten sind grün-violett bis violett und bilden rundlich geflügelte Nüsschen aus. Eine ihrer besonderen Eigenschaften ist die hohe Überflutungstoleranz, die über 100 Tage pro Jahr deutlich übersteigt. Dies macht sie geeignet für Pflanzungen und Verjüngungsmaßnahmen in Auwäldern, Bach- oder Flussauen. Die Flatter-Ulme kann ein Alter von bis zu 250 Jahren erreichen.

Initiator der Aktion „Baum des Jahres“ ist Dr. Silvius Wodarz (Dr. Silvius Wodarz Stiftung), der diese seit 29 Jahren durchführt.

09.11.2018

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