Neues Regelwerk schließt Lücke zwischen DIN-Norm und GaLaBau-Praxis im Wegebau
Auf dem 14. Großbeerener VOB-Tag wurde ein zentrales Regelwerk für den Garten- und Landschaftsbau präsentiert: die FLL-ZTV Wegebauarbeiten. Damit steht der Branche erstmals ein speziell auf ihre Anforderungen zugeschnittenes technisches Regelwerk zur Verfügung, das die bisherige Lücke zur praxisfernen DIN 18318 schließt.
Die bestehende Norm orientierte sich bislang stark am Straßenbau und führte in der Praxis häufig zu Zielkonflikten. Viele bewährte Verfahren aus dem GaLaBau fanden darin keine ausreichende Berücksichtigung. Bereits 2006 hatte der BGL-Verbandskongress daher die Entwicklung eines eigenständigen Regelwerks angestoßen.
Praxisgerechte Standards für den Wegebau
Nach sechsjähriger Arbeit konnte der zuständige Regelwerksausschuss die FLL-ZTV Wegebauarbeiten fertigstellen. Ziel ist es, den aktuellen Stand der Technik im Wegebau praxisnah abzubilden und Planungs- sowie Ausführungsprozesse im GaLaBau rechtssicher zu gestalten.
Vorgestellt wurde das Regelwerk von Heinz Schomakers, Referent für Normen und VOB-Fragen beim Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL). Für ausführende Betriebe bietet es eine wichtige Orientierung bei Ausschreibung, Bauausführung und Abnahme.
Rechtliche Fragestellungen im Fokus
Neben technischen Inhalten standen auch juristische Themen im Mittelpunkt der Veranstaltung. Diskutiert wurden unter anderem Fragen zur Haftung bei Beschädigung oder Diebstahl von Leistungen vor der Abnahme.
Dabei wurde deutlich, dass die rechtliche Situation komplex bleibt. Selbst bei sorgfältigem und kooperativem Verhalten der Beteiligten ist in der Regel keine vollständige Haftungsfreistellung zu erwarten, sondern lediglich eine Begrenzung im Rahmen der üblichen Gefahrverteilung.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf aktuellen Entwicklungen im Werk- und Kaufvertragsrecht. Für GaLaBau-Betriebe bedeutet dies unter anderem, dass Kosten für Aus- und Einbau mangelhafter Materialien beim Auftragnehmer verbleiben können, sofern dem Lieferanten kein Verschulden nachgewiesen wird.
Intensiver Austausch unter Praktikern
Rund 100 Fach- und Führungskräfte aus der Praxis nutzten die Veranstaltung für Weiterbildung und Austausch. In einer abschließenden Podiumsdiskussion wurden die behandelten Themen vertieft und praxisbezogene Fragestellungen intensiv diskutiert.
Die Kombination aus technischem Regelwerk und rechtlicher Einordnung unterstreicht die Bedeutung solcher Fachveranstaltungen für die Branche. Mit der FLL-ZTV Wegebauarbeiten steht dem GaLaBau nun ein wichtiges Instrument zur Verfügung, um Qualität und Rechtssicherheit im Wegebau nachhaltig zu verbessern.
