Naturschutz

FNR veröffentlicht Jahresbericht 2016/17

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) betreute 2016/17 knapp 600 geförderte Vorhaben mit einem Mittelvolumen von 182 Millionen Euro. Zusätzlich wurden 116 bioenergiebezogene Projekte mit 29 Millionen Euro unterstützt. Der Bericht zeigt die Entwicklung der FNR als zentrale Kompetenzstelle.

Jahresbericht der FNR: Fördermittel und Projekte

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) verwaltete als Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Fördermittel aus dem Bundeshaushalt für das „Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe“. Zum Stichtag 30. Juni 2017 betreute die FNR knapp 600 vom BMEL geförderte Vorhaben mit einem gebundenen Mittelvolumen von 182 Millionen Euro.

Zusätzlich wurden 116 bioenergiebezogene Vorhaben mit rund 29 Millionen Euro aus dem Sondervermögen Energie- und Klimafonds (EKF) der Bundesregierung unterstützt. Damit etablierte sich die FNR nach Umstrukturierungen im Jahr 2015 als zentrale Kompetenz- und Koordinierungsstelle für Forschung, Entwicklung und Verbraucherinformation im Bereich nachwachsender Rohstoffe.

Im Berichtszeitraum dominierte inhaltlich das Thema Forst und Holz. Das internationale Engagement sowie die Bemühungen zur Systemintegration von Bioenergie wurden ausgebaut. Neben dem Förderschwerpunkt „Stärkung der nachhaltigen Forstwirtschaft zur Sicherung der Waldfunktionen“ wurden befristete Förderaufrufe zu „Neue Materialkombinationen mit Holz“ und zur Abwehr von Schadinsekten im Forst veröffentlicht.

Nach dem Berichtszeitraum folgten die Aufrufe „ForestValue“ für transnationale FuE-Projekte und „Erhalt der gemeinen Esche“. Zur Bekämpfung des Eschentriebsterbens wurde ein Koordinierungskreis für FuE-Aktivitäten beim BMEL unter Federführung der FNR eingerichtet.

Ein wesentlicher Fortschritt für den Sektor Forst und Holz war die im April 2017 veröffentlichte Charta für Holz 2.0 des BMEL, deren Umsetzung die FNR maßgeblich unterstützt. Diese Charta ist als langfristiger Multi-Stakeholder-Prozess konzipiert, der eine intensivere Holznutzung aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern ermöglichen soll. Zentrale Aspekte sind dabei der Beitrag zu Klimaschutz und Wertschöpfung sowie eine ressourceneffiziente Umsetzung.

Ein Beitrag zur Erarbeitung der Charta war der 1. Deutsche Waldtag am 18. und 19. Oktober 2016, bei dem fast 300 Teilnehmer Ziele und Strategien diskutierten. Die Vorbereitungen für die 2. Deutschen Waldtage 2018 sowie für die 4. Auflage des Bundeswettbewerbes HolzbauPlus, den die FNR im Auftrag des BMEL betreut, laufen bereits. Parallel dazu wurde die Bauberatung der FNR personell verstärkt.

Die Abteilung EU/Internationales der FNR beteiligte sich im Berichtszeitraum an drei neuen Vorhaben. Das Horizon 2020 - Biobased Industries-Projekt BioCannDo deckt nun auch das Themenfeld „Kommunikation zwischen Wissenschaft und Gesellschaft“ ab. BioCannDo zielt darauf ab, den Ansatz der Bioökonomie der breiten Öffentlichkeit verständlich zu vermitteln. Die FNR wird zudem durch ein gemeinsam mit der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung genutztes Büro stärker in Brüssel präsent sein.

Die EKF-Mittel für Bioenergieprojekte, die die FNR für das BMEL verwaltet, bieten Chancen für Innovationen. Ab Anfang 2017 verstärkte die FNR ihre Bemühungen, weitere Vorhaben im Rahmen der beiden EKF-Förderschwerpunkte zu akquirieren. Dazu wurden befristete Förderaufrufe zu den Themen Post-EEG-Konzepte für Biomasse-Verstromungsanlagen, Systemintegration von Bioenergie und Reduzierung von THG-Emissionen bei der Rohstoffpflanzenproduktion veröffentlicht.

Infolge des Post-EEG-Aufrufs werden sechs Forschungsverbünde mit insgesamt 19 Teilvorhaben gefördert oder starten in Kürze. Die Projektideen der anderen beiden Aufrufe befinden sich noch in der Prüfung.

Für das Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe standen der FNR in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 61 Millionen Euro zur Verfügung. Im Rahmen des EKF konnte die FNR 2016 24,7 Millionen Euro und 2017 23,1 Millionen Euro im Auftrag des BMEL für Bioenergieprojekte bereitstellen.

31.01.2018

Zurück