Naturschutz

Digitale Bodenfeuchte-Daten verbessern Bewirtschaftung und Klimaschutz

Das Projekt SOFI liefert aktuelle Bodenfeuchte-Daten für eine standortspezifische Bewirtschaftung. So lassen sich Bodenschäden vermeiden, Maßnahmen optimieren und gleichzeitig Klima und Ressourcen schonen.

Digitale Bodenfeuchte-Daten ermöglichen präzisere und bodenschonende Bewirtschaftung

Die standortspezifische Kenntnis der Bodenfeuchte gewinnt für eine nachhaltige Bewirtschaftung zunehmend an Bedeutung. Aktuelle Daten helfen landwirtschaftlichen Betrieben, Maßnahmen gezielt anzupassen, Bodenschäden zu vermeiden und gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Projekt SOFI verknüpft Daten für die Praxis

Im Rahmen des Projekts „SOFI“ (Smart Soil Information for Farmers) werden Methoden entwickelt, die Bodenfeuchteinformationen erfassen, auswerten und praxisgerecht bereitstellen. Ziel ist es, Beratern, Lohnunternehmern und landwirtschaftlichen Betrieben eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den täglichen Einsatz zu bieten.

Die Daten können über öffentliche Kartendienste abgerufen werden und ermöglichen eine standortspezifische Planung von Maßnahmen wie Bodenbearbeitung und Düngung. Damit wird eine präzisere und ressourcenschonendere Bewirtschaftung unterstützt.

Bodenschutz als Schlüssel zum Klimaschutz

Der Boden ist eine zentrale Ressource für die Nahrungsmittelproduktion und spielt zugleich eine wichtige Rolle im Klimaschutz. Verdichtete Böden verlieren an Funktionalität und erhöhen das Risiko der Freisetzung von Treibhausgasen.

Eine an die aktuelle Bodenfeuchte angepasste Bewirtschaftung hilft, solche Schäden zu vermeiden. Da die Feuchte je nach Standort stark variiert und sich zeitlich schnell verändert, sind aktuelle und präzise Informationen entscheidend.

Modellregion Rheinland-Pfalz liefert Echtzeitdaten

Rheinland-Pfalz dient als Modellregion für das Projekt. Dort können Anwender die aktuelle Bodenfeuchte ihrer Flächen bereits über den GeoBox-Viewer einsehen und für betriebliche Entscheidungen nutzen.

Eine Ausweitung auf weitere Bundesländer ist vorgesehen. Parallel wird geprüft, welche Datengrundlagen in anderen Regionen verfügbar sind. In Bayern existieren bereits vergleichbare Ansätze auf anderer Basis.

Erweiterung um Verdichtungsrisiken geplant

Im nächsten Schritt soll das System um die Bewertung von Verdichtungsrisiken erweitert werden. Ziel ist es, das potenzielle Schadensrisiko durch den Einsatz von Baumaschinen und landwirtschaftlicher Technik zu simulieren.

Die entsprechenden Modelle befinden sich derzeit in der Evaluierung und sollen künftig ebenfalls in die digitale Plattform integriert werden.

Stündliche Berechnung und innovative Messtechnik

Die Grundlage bildet das Bodenwasserhaushaltsmodell „Simpel“, das die Bodenfeuchte stündlich für landwirtschaftliche Flächen berechnet. Die Ergebnisse werden kartografisch auf Basis detaillierter Bodendaten dargestellt, sodass einzelne Schläge exakt abgebildet werden können.

Ergänzend wird ein optisches Sensorsystem entwickelt, das während der Überfahrt am Traktor kontaktlos die Bodenfeuchte misst. Diese Technik ermöglicht es, beispielsweise die Ausbringung von Wirtschaftsdüngern direkt an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

Gefördertes Verbundprojekt mit breiter Expertise

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit rund einer Million Euro gefördert und von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) betreut. Beteiligt sind Forschungseinrichtungen, Beratung und Unternehmen.

Mit der Kombination aus Geodaten, Simulation und Sensortechnik liefert SOFI einen praxisnahen Ansatz für eine bodenschonende und klimaorientierte Bewirtschaftung.

04.12.2021

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