Förderung für Insektenschutz in der Landwirtschaft

Naturschutz

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert mit 5,6 Millionen Euro zwei Projekte zum Insektenschutz. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe. Bundesministerin Julia Klöckner übergab die Förderbescheide.

BMEL stärkt Insektenschutz durch Forschung und Praxis

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert mit 5,6 Millionen Euro zwei Projekte zum Insektenschutz. Die Mittel stammen aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe. Die Förderbescheide wurden von Bundesministerin Julia Klöckner übergeben.

Unsere Insekten sind systemrelevant. Der Schutz der Insekten hat deshalb hohe Priorität. Wir können den politischen Rahmen setzen. Aber die Wissenschaftler und Praktiker bauen dafür das Fundament. Gemeinsam mit Praxisbetrieben richten sie zum Beispiel Landschaftslabore ein und untersuchen dort besonders insektenschonende Anbausysteme mit nachwachsenden Rohstoffen. Mit unserer Förderung stärken wir diese Forschung und damit den Insektenschutz. Mein Ministerium entwickelt darüber hinaus eine Ackerbaustrategie, die den Fokus unter anderem auf Insektenschutz und Biodiversität legt. Und: Das Thema müssen wir global denken. Beim G20-Agrarminstertreffen in Argentinien habe ich deshalb für meine Strategie geworben und werde sie beim nächsten Treffen der G20-Agrarminister vorstellen. Auch mit der Digitalisierung in der Landwirtschaft, dem sogenannten precision farming, können Insekten künftig besser geschützt werden, indem Dünger und Pflanzenschutzmittel passgenau ausgebracht werden.

Details zu den Förderprojekten

Ein Verbundvorhaben, an dem das Johann Heinrich von Thünen-Institut, das Julius Kühn-Institut, das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen beteiligt sind, plant die Einrichtung von drei Landschaftslaboren in typischen Agrarräumen Deutschlands. Über einen Zeitraum von drei Jahren sollen dort insektenschonende Anbausysteme mit nachwachsenden Rohstoffen etabliert und untersucht werden. Die vier Teilvorhaben konzentrieren sich auf die Entwicklung von Maßnahmen und Methoden, deren Umsetzung, die Untersuchung der Auswirkungen von Anbausystemen auf Insekten sowie den Transfer von landwirtschaftlichem Wissen in die wissenschaftlich gestützte Maßnahmenentwicklung.

Das Einzelvorhaben der Landesforst Mecklenburg-Vorpommern widmet sich der Erarbeitung, Optimierung und Umsetzung von Schutzstrategien für Insektenpopulationen, die durch Waldfragmentierung gefährdet sind. Ziel ist die Modellierung und beispielhafte Umsetzung eines Biotopverbunds sowohl innerhalb des Waldes als auch landschaftsübergreifend.

Weitere Initiativen und Maßnahmen

Das BMEL hat in den letzten Jahren bereits rund 100 Vorhaben zur Insektenbiodiversität mit über 23 Millionen Euro aus dem Förderprogramm Nachwachsende Rohstoffe unterstützt. Zudem fördert das Ministerium die Länder bei Maßnahmen zum Schutz von Wild- und Honigbienen, wie der Anlage von Blühstreifen und Blühflächen. Das Bundesprogramm Ökologischer Landbau und sonstige Formen nachhaltiger Landwirtschaft (BÖLN) sowie die Eiweißpflanzenstrategie tragen ebenfalls zum Bienenschutz und zur Förderung von Bestäubern bei.

Bereits im Mai dieses Jahres stimmte Bundesministerin Klöckner auf europäischer Ebene für ein Freilandverbot bestimmter bienenschädlicher Neonikotinoide. Begleitend dazu wurden Initiativen zum Schutz von Bienen und Insekten gestartet, darunter eine Kampagne zum Bienenfüttern sowie ein Pflanzenlexikon und eine Bienen-App des BMEL.

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