Die Rolle des öffentlichen Raums in der Urbanisierung
Die Qualität öffentlicher Räume wie Grünanlagen, Parks, Plätze, Sportflächen und Straßenräume prägt den Charakter einer Stadt und trägt zur Lebensqualität bei. Besonders in wachsenden Städten entwickelt sich der öffentliche Raum zu einem zentralen Gestaltungsfeld. Die Konferenz „Metropolitan open space“ widmet sich der Rolle des öffentlichen Raums im Kontext der Urbanisierung.
Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte leben mehr Menschen in Städten als auf dem Land. Städten kommt bei der Umsetzung der globalen Klima- und Umweltziele eine herausragende Rolle zu, gleichzeitig sind sie das Experimentierfeld für neue Wirtschafts- und Lebensstile, für kulturelle und künstlerische Impulse, die sich vielfach in der individuellen oder gemeinschaftliche Nutzung des öffentlichen Freiraums zeigen.
Dies betont Senatorin Regine Günther. Christoph Schmidt, Geschäftsführer der IGA Berlin 2017 GmbH, ergänzt, dass die IGA Berlin 2017 als Motor für eine nachhaltige Stadtentwicklung in der wachsenden Hauptstadt fungiert. Naturnahes Wohnen mit Anbindung an die Innenstadt seien gefragte Qualitäten, die im Bezirk Marzahn-Hellersdorf geschaffen wurden. Die IGA Berlin 2017 versteht sich als Ideen- und Impulsgeberin, Plattform für den Dialog der Weltkulturen und Labor für Innovationen sowie nachhaltige grüne Infrastruktur.
bdla-Präsident Till Rehwaldt unterstützt diese Einschätzung und hebt hervor, dass das Stadtgrün durch das Weißbuch „Grün in der Stadt“ der Bundesregierung die notwendige politische Wertschätzung erfährt. Er spricht von einer neuen Epoche der Stadtentwicklungspolitik, die international und national eingeläutet wird. Die IGA verdeutliche die gesundheitlichen, kulturell-ästhetischen, sozialen, ökonomischen und integrativen Funktionen des Stadtgrüns.
Anlässlich der Internationalen Gartenausstellung veranstalten die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die IGA Berlin 2017 GmbH und der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) die Konferenz zu urbanen Freiräumen. Internationale Landschaftsarchitekten, die Gartenkabinette für die IGA gestaltet haben, bringen Impulse aus Brasilien, Südafrika, China, England und Chile ein.
Die Konferenz beginnt am 18. Mai 2017 mit einem Vorabend-Empfang im ZKR – Zentrum für Kunst im öffentlichen Raum (Schloss Biesdorf, Berlin-Marzahn). Am 19. Mai eröffnet Senatorin Regine Günther die Konferenz im Besucherzentrum der IGA Berlin 2017. Experten aus Wissenschaft, Forschung, Stadt- und Freiraumplanung, Philosophie und Kulturwissenschaften diskutieren urbane Zukunftsbilder, metropolitane Strategien und Lösungsansätze. Dabei werden Fragen nach treibenden Kräften für eine nachhaltige Stadtentwicklung, dem Bedeutungswandel von Städten und öffentlichen Freiräumen sowie der Reaktion von Freiraumplanern darauf erörtert. Ein weiterer Fokus liegt auf der Frage, ob Freiräume und die wachsende Stadt einen Gegensatz bilden und ob die Symbolik des Gartens als Metapher für die Stadt der Zukunft dienen kann.
Am Samstag, den 20. Mai, werden Fachführungen für die Konferenzteilnehmer angeboten. Die internationalen Landschaftsarchitekten der IGA Berlin 2017 erläutern ihre konzeptionellen Gärten und setzen den Diskurs in den von ihnen gestalteten Gartenkabinetten fort. Thematische Führungen am Nachmittag behandeln verschiedene Aspekte der IGA Berlin, darunter:
- „Von der Vision zur Internationalen Gartenausstellung“ durch die Planer der IGA, geskes hack Landschaftsarchitekten
- „Kunst auf der IGA“ durch die Kunsthistorikerin und Direktorin des ZKR, Katja Aßmann
- „Nachhaltige Zertifizierung der IGA Berlin“ durch Markus Gnüchtel (GTL Landschaftsarchitekten, bdla)
Am Sonntagvormittag, den 21. Mai, laden Mitglieder des bdla Berlin-Brandenburg zu Besuchen zeitgenössischer Freiraumprojekte in der Hauptstadt ein.
