Naturschutz

Fünf Tipps für mehr Artenvielfalt im Garten

Naturnah gestaltete Gärten sind wertvolle Biotope und fördern die Artenvielfalt. Bereits kleine Anpassungen können helfen, Schädlinge zu regulieren und Lebensräume zu schaffen. Der NABU und das Projekt gARTENreich geben fünf Empfehlungen für einen artenreichen Garten.

Heimische Sträucher für lebendige Hecken

Hecken aus Kirschlorbeer, Bambus oder Thuja bieten Insekten und Vögeln keine Nahrung. Heimische Gehölze wie Schwarzer Holunder, Kornelkirsche, Gewöhnliche Felsenbirne, Hundsrose und Berberitze sind hier eine bessere Wahl. Ihre Blüten und Früchte dienen vielen Tieren als Nahrungsquelle.

Blumenwiesen und Blumenrasen als Alternative zum Zierrasen

Blumenwiesen aus heimischen Wildblumen und Gräsern entwickeln sich über mehrere Jahre hinweg und werden mit der Zeit artenreicher. Sie locken Wildbienen, Käfer und andere Insekten an, die wiederum Vögeln, Fledermäusen und Amphibien als Nahrung dienen.

Wer eine Fläche auch als Spiel- oder Liegewiese nutzen möchte, kann einen Blumenrasen anlegen. Dieser bietet vielfältige Lebensräume und ist trittfester als eine Blumenwiese. Bestehende Zierrasen können sich zu artenreicheren Blumenrasen entwickeln, wenn sie nicht gedüngt, Wildkräuter nicht bekämpft und blühende Wildblumen in der Umgebung zugelassen werden.

Wildstaudenbeete für Insektenvielfalt

Ein Beet mit heimischen Wildstauden wie Königskerze, Schafgarbe, Storchschnabel, Natternkopf, Hornklee und Akelei bietet nicht nur eine ansprechende Optik, sondern auch ein Nahrungsangebot für viele Insektenarten wie Hummeln, Holzbienen und Heupferde.

Rückzugsorte und Totholz für Kleintiere

Eine naturbelassene Ecke im Garten, die wenig oder gar nicht bearbeitet wird, bietet Vögeln, Wildbienen, Hummeln, Schmetterlingen sowie Kleintieren wie Igeln und Blindschleichen einen Lebensraum. Viele Insekten, darunter Prachtkäfer und die Blaue Holzbiene, benötigen Totholz. Eine große Anzahl von Wildbienenarten nistet zudem im Boden.

Neben Insektenhotels sind Totholzelemente wie Baumstümpfe, Reisighaufen, Laub, Steine sowie offene Böden oder Sandflächen wichtig. Eine solche Naturecke, auch wenn sie klein ist, kann Tieren und Wildpflanzen zugutekommen. Dort können auch Wildpflanzen wie Klee, Löwenzahn oder Brennnesseln stehen bleiben, die als wichtige Nahrungs- und Lebensgrundlage dienen.

Wasserstellen im Garten anlegen

Vögel und Insekten benötigen Wasser. Einige Tiere sind auf Wasser zur Eiablage angewiesen. Für Libellen und andere wassergebundene Insekten kann ein Miniteich angelegt werden, auch bei begrenztem Platz. Davon profitieren auch Fledermäuse, die in der Dämmerung Mücken und andere Insekten jagen, die sich über der Wasseroberfläche aufhalten.

Das Projekt gARTENreich, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, untersucht gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Praxis, wie die biologische Vielfalt in Privatgärten im Einklang mit den Nutzungsbedürfnissen der Gartenbesitzer erhöht werden kann. Projektpartner sind neben dem NABU das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), der NaturGarten e.V., die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin sowie die Stadt Gütersloh und die Gemeinde Aumühle.

04.05.2023

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