Betonstein im Wandel: Anpassung an neue Herausforderungen
Das 14. Symposium der braun-steine GmbH in Neu-Ulm befasste sich mit den Auswirkungen von Klima- und Bevölkerungswandel auf den Betonstein. Das Unternehmen lud Referenten aus Politik, Planung und Wissenschaft ein. Über 200 Planer und Bauentscheider diskutierten aktuelle Herausforderungen der Freiraumplanung und informierten sich über Produktlösungen.
Albrecht Braun, geschäftsführender Gesellschafter der braun-steine GmbH, betonte zu Beginn des Symposiums die wachsende Bedeutung einer ganzheitlichen Betrachtung bei der Entwicklung von Bausystemen. Während ein Betonstein vor 30 Jahren primär langlebig sein musste, übernehmen moderne Betonsteine heute zusätzliche Funktionen. Als Beispiel wurde die neueste Betonsteingeneration genannt, die Stickoxide katalysiert und die Feinstaubbelastung mindert.
Oberbürgermeister Boris Palmer präsentierte ein Praxisbeispiel aus Tübingens Innenstadt. Dort reduziert Titandioxid im neu verlegten Betonsteinpflaster durch Lichteinwirkung die Stickoxidbelastung nachweislich um bis zu 20 Prozent. Im Vergleich dazu verringere eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 40 km/h die Stickoxidwerte lediglich um 0,2 Prozent.
Jochen Richard vom Planungsbüro Richter-Richard aus Aachen vertiefte den Zusammenhang zwischen Belagsflächen sowie Luft- und Freiraumqualität. Er informierte über den photokatalytischen Betonstein, der seiner Einschätzung nach in wenigen Jahren Standard sein wird, und zeigte weitere Möglichkeiten auf, wie Straßenoberflächen zur Umweltentlastung beitragen können, beispielsweise als hygrothermische Wegedecken oder geräuschneutrales Pflaster.
Architektin Christine Degenhart aus Rosenheim sprach über die Bedeutung und Chancen experimenteller Bauweisen im barrierefreien Bauen. Als Sprecherin der Beratungsstelle Barrierefreies Bauen und Mitglied des Normenausschusses DIN 18040 verdeutlichte sie, dass die Schutzziele der Norm nur durch strategische Gesamtkonzepte umgesetzt werden können.
Eine gute Lösung kann an einem anderen Ort und in anderem Kontext eine schlechte Lösung sein.
Braun fasste den Fachkongress zusammen, indem er betonte, dass die Vielfalt der Themen „Spuren hinterlassen und Denkanstöße geben für weitere Entwicklungen“ solle. Für die Entwicklung neuer Produktlösungen sei immer „ein Perspektivwechsel erforderlich für alle Baubeteiligten“.
Die braun-steine GmbH, die im Vorjahr ihr 140-jähriges Firmenjubiläum feierte, veranstaltet das Symposium für Planung und Gestaltung von Freianlagen im zweijährigen Rhythmus. Alexander Wetzig, ehemaliger Baubürgermeister von Ulm, eröffnete die Veranstaltung mit einem Vortrag über die Notwendigkeit und Chancen der dichten und nachverdichteten Stadt, um Klimaschutzzielen gerecht zu werden. Er forderte eine neue Urbanität und ein zukunftsfähiges städtebauliches Leitbild unter dem Motto „global denken, lokal handeln“.
Sven Plöger, ARD-Meteorologe, schloss die Veranstaltung ab. Er sprach über die Auswirkungen des Klimawandels und hob die Potenziale von erneuerbaren Energieformen und Innovationen hervor.

