Nachhaltige Gartenpflege in Zeiten des Klimawandels
Die Sommermonate sind zunehmend von Wetterextremen geprägt, die sich in Starkregen und längeren Trockenperioden äußern. Diese Bedingungen erfordern eine angepasste Pflege von Gärten, Pflanzen und Teichen, insbesondere bei der Bewässerung. Eine klimafreundliche Gestaltung von Grünflächen kann hier Abhilfe schaffen. Hanna Vitz, Referentin für Regenwasserbewirtschaftung, und Annika Dobbers, Referentin für Begrünung bei der Verbraucherzentrale NRW, geben praxisnahe Hinweise zur Regenwassernutzung und zum Einsatz trockenheitsverträglicher Pflanzen für einen robusten und nachhaltigen Garten.
Vorteile der Regenwassernutzung
Die Süßwasserressourcen sind begrenzt, da nur etwa ein Prozent des weltweiten Wassers als Trinkwasser zur Verfügung steht. In Privathaushalten steigt der Wasserverbrauch in den Sommermonaten durch die Gartenbewässerung erheblich an. Zusammen mit der Nutzung für Waschmaschinen und Toilettenspülungen macht dies etwa 40 Prozent des Haushaltswasserverbrauchs aus. Regenwasser stellt eine kostenlose Ressource dar, die zur Einsparung von Trinkwasser und zur Entlastung der Umwelt beitragen kann.
Die Sammlung und Nutzung von Regenwasser vor Ort verhindert dessen Ableitung in die Kanalisation, schützt Gewässer vor Überlastung und kann finanzielle Vorteile bieten. Neben einem geringeren Frischwasserverbrauch ist unter Umständen auch eine niedrigere Abwassergebühr möglich, die bei der Kommune beantragt werden kann.
Speicherung und effiziente Bewässerung
Regenwasser ist kalkarm, kostenlos und gut verträglich für Pflanzen, was es ideal für die Gartenbewässerung macht. Zur Speicherung können klassische Regentonnen mit 200 bis 500 Litern Volumen mittels eines Regendiebs an ein Fallrohr angeschlossen werden. Dekorative Speichertanks wie Pflanzsäulen oder Wandtanks erweitern die Speicherkapazität und integrieren sich in die Gartengestaltung.
Für größere Speichermengen bieten sich unterirdische Zisternen an. Leichte Kunststoffmodelle eignen sich für den Selbsteinbau. Betonzisternen mit bis zu 10.000 Litern Fassungsvermögen bieten noch größere Kapazitäten, sind jedoch in Anschaffung und Einbau aufwendiger.
Eine bedarfsgerechte Bewässerung ist bei Hitze wichtig. Das Gießen sollte in den kühleren Morgen- oder Abendstunden erfolgen, um Verdunstung zu minimieren. Der Wasserstrahl sollte bodennah die Wurzeln erreichen und nicht die Blätter benetzen. Es ist effektiver, seltener, aber dafür ausreichend zu gießen, sodass der Boden tiefgründig durchfeuchtet wird.
Pflanzenauswahl für trockene Standorte
Die Auswahl trockenheitsangepasster Pflanzen ist entscheidend. Diese Arten sind robust, benötigen weniger Wasser und überstehen Hitzephasen und extreme Wetterbedingungen besser. Beispiele für insektenfreundliche und pflegeleichte Pflanzen sind:
- Gräser: Federgras, Zittergras, Berg-Segge
- Bodendecker: Thymian, Wald-Windröschen, Haselwurz
- Stauden: Maiglöckchen, Wiesen-Witwenblume, einige Storchschnabel-Sorten
- Farne: Braunstieliger Streifenfarn
- Trockenheitstolerante Gehölze: Kornelkirsche, Weißdorn
Bei der Pflanzenauswahl ist es wichtig, die vorhandenen Lichtverhältnisse, also Sonne oder Schatten, zu berücksichtigen.
