Warum torffreie Erde im Herbst besonders wichtig ist
Der Herbst bietet ideale Bedingungen für die Pflanzung von Stauden und Gehölzen im Garten, das Umsetzen bestehender Pflanzen oder das Teilen von Stauden. Auch Kübelpflanzen für Terrassen und Balkone können in dieser Zeit noch gesetzt werden. Die verbleibende Wärme und das Licht unterstützen die Wurzelbildung und bereiten die Pflanzen auf die Überwinterung vor. Für den Innenbereich erweitern winterblühende Zimmerpflanzen wie Begonien, Weihnachtskakteen oder Zimmeralpenveilchen die grüne Oase und sorgen für Farbakzente an grauen Tagen.
Unabhängig davon, ob im Außen- oder Innenbereich gepflanzt wird, trägt die Verwendung von torffreier Erde aktiv zum Klimaschutz bei. Durch den Verzicht auf Torfabbau bleiben Moore als natürliche Kohlenstoffspeicher erhalten, was die Reduzierung von CO2-Emissionen im Gartenbau ermöglicht. Für Gärtner bedeutet dies lediglich, beim Kauf von Pflanzsubstraten auf torffreie Varianten zu achten.
Kennzeichnung und Inhaltsstoffe torffreier Erden
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) weist darauf hin, dass torffreie Substrate in der Regel explizit als „torffrei“ oder „ohne Torf“ gekennzeichnet sind. Produkte, die als „torfreduziert“ oder „torfarm“ deklariert werden, können hingegen noch einen Torfanteil von bis zu 70 Prozent enthalten.
Ein Blick auf die Inhaltsstoffe gibt Aufschluss über die Zusammensetzung. Torffreie Erden basieren vorrangig auf Alternativen wie Holzfasern, Grüngutkompost, Rindenhumus oder Kokosprodukten. Ergänzend können mineralische Bestandteile wie Perlite oder Ton in geringen Mengen enthalten sein, die zur Verbesserung des Luft- und Wasserhaushalts beitragen. Das Angebot an torffreien Erden ist vielfältig und reicht von universellen Blumen- und Pflanzerden über Gemüse- und Kräutersubstrate bis hin zu speziellen Rasen- und Rosenerden.
Pflanzanleitung mit torffreier Erde
Das Einsetzen von Pflanzen in torffreie Erde unterscheidet sich nicht von der Vorgehensweise bei torfhaltigen Substraten:
- Die Pflanze aus dem Topf nehmen und die Wurzeln vorsichtig auflockern. Bei trockenem Wurzelballen diesen in einen wassergefüllten Eimer tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
- Ein ausreichend großes Pflanzloch ausheben und die Pflanze so einsetzen, dass sie nicht tiefer steht als zuvor im Anzuchttopf.
- Das Loch mit torffreier Erde auffüllen und diese leicht andrücken.
- Die neu gepflanzte Pflanze abschließend gründlich angießen.
Pflege von Pflanzen in torffreier Erde
Die weitere Pflege von Pflanzen in torffreier Erde ähnelt der Pflege in torfhaltigen Substraten, erfordert jedoch einige Anpassungen. Torffreie Substrate speichern Wasser und Nährstoffe tendenziell weniger effizient. Daher ist es wichtig, die Pflanzen nicht nur beim Ein- und Umpflanzen kräftig anzugießen, sondern auch anschließend häufiger auf ausreichende Feuchtigkeit zu kontrollieren. Eine einfache Methode ist, den Finger etwa zwei Zentimeter tief in die Erde zu stecken, um die Feuchtigkeit zu prüfen. Bei Zimmerpflanzen, die empfindlicher auf Wasserhaushaltsschwankungen reagieren, kann ein Wasserstandsanzeiger hilfreich sein.
Eine regelmäßige Nährstoffversorgung durch Dünger ist ebenfalls wichtig. Beim Einpflanzen kann ein Langzeitdünger in die Erde eingearbeitet werden, um die Nährstoffversorgung zu ergänzen und die Wurzelbildung zu fördern. Dies gilt jedoch nicht für Herbstpflanzungen im Garten, wo ab Ende September nicht mehr gedüngt werden sollte, um die Winterruhe der Pflanzen nicht zu stören. Diese Regelung betrifft auch Kübel- und Balkonpflanzen sowie die meisten Zimmerpflanzen. Ausnahmen bilden Winterblüher, die gegebenenfalls eine zeitnahe Nährstoffzufuhr zur Blüte benötigen. Hierfür eignet sich Flüssigdünger, der über das Gießwasser schnell zu den Wurzeln gelangt.
Nicht genutzte torffreie Erde sollte gut verschlossen an einem kühlen und trockenen Ort gelagert und zügig aufgebraucht werden.
