Kongress beleuchtet therapeutisches Potenzial von Gärten
Experten aus Gartenbau und Medizin diskutierten Ende Mai 2017 auf dem Kongress „Garten und Medizin“ der Deutschen Gartenbau Gesellschaft 1822 (DGG) in Berlin über die Bedeutung von Natur und Garten für die medizinische Therapie. Die Veranstaltung beleuchtete den aktuellen Stand von Wissenschaft und Forschung zu diesem Thema.
Die Aktion „Natur im Garten“ war mit ihrer Expertise im ökologischen Gärtnern vertreten. Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka, Initiator der Aktion, hob die gesellschaftspolitische, gesundheitliche und ökologische Bedeutung des Gartens hervor. Niederösterreich nimmt mit dem Universitätslehrgang „Gartentherapie“ eine Vorbildfunktion ein. Prim. Assoc. Prof. Dr. Andrea Zauner-Dungl referierte über „Gartentherapie und Therapiegärten in Österreich“.
Gartengestalter Reinhard Kittenberger vertrat in der Diskussionsrunde die Rolle des Gartengestalters im Dialog mit Medizinern, Architekten und Politikern. Der Kongress zielte darauf ab, das in der Vergangenheit verloren gegangene Wissen über Pflanzen und ihre Heilwirkungen wieder zugänglich zu machen.
Wir müssen die Selbstverantwortung der Menschen in dieser Hinsicht fördern, denn das Wirken in und mit der Natur ist die beste Medizin. Menschen erholen sich besser und schneller im Garten als in den eignen vier Wänden, vor allem, wenn sie zu ihrem Grün einen Bezug aufgebaut haben. Wo der Garten ein sozialer Raum ist, der Menschen hilft und zusammenbringt, wirkt er doppelt positiv. Das Bundesland Niederösterreich erkannte sofort die Bedeutung und Chance des Gartens als therapeutisches Mittel und nimmt auch dank der Aktion ,Natur im Garten‘ eine Vorzeigerolle ein.
Dies betonte Bundesminister Mag. Wolfgang Sobotka. Zahlreiche Beispiele in Niederösterreich belegen die heilende Wirkung des Gartens. Einrichtungen wie die Landespflege- und Pensionistenheime Laa/Thaya und Retz, die Emmaus City Farm, das Ambulatorium Sonnenschein in St. Pölten, der Weiße Hof in Klosterneuburg und das ÖJAB Haus in Greifenstein setzen auf Gartentherapie. Diese erfüllt Anforderungen einer modernen Betreuung, Pflege, Therapie und Rehabilitation.
Die gesundheitlichen Herausforderungen unseres Jahrhunderts sind die Folgen falscher Ernährung, mangelnder Bewegung und psychosozialer Belastungen. Gartentherapie und Therapiegärten wirken sich nicht nur positiv auf eine Verbesserung des Gesundheitszustandes aus, sondern helfen zugleich Kosten in der Medizinversorgung zu reduzieren.
Dies erklärte Dr. Andrea Zauner-Dungl. Bereits historische Kurparks, wie in Baden, wurden zur Unterstützung des Heilungserfolgs angelegt. Reinhard Kittenberger von den Kittenberger Erlebnisgärten sieht die Rolle des Gartengestalters in der präventiven Gesundheitsvorsorge.
Der Garten ist der nächstgelegene Erholungsraum, in dem man täglich ein Stück Urlaub genießen kann. Die tägliche Stunde Gartenarbeit hilft Stress abzubauen, den Körper fit zu halten und hilft durch den Kontakt mit der Natur die Sinne zu schärfen.
Herbert Neumann, Präsident der Deutschen Gartenbaugesellschaft 1822, zog nach dem Kongress ein positives Resümee. Die große Resonanz bestärkte ihn in der Bedeutung des Themas „Garten und Medizin“.
Der Kongress war ein voller Erfolg! Wir konnten erstmalig die weiße und die grüne Branche auf Augenhöhe zusammenbringen. Es zeigt sich, dass in der Medizin der Mensch mit seinem Bedürfnis nach einer natürlichen Umgebung zunehmend in den Fokus rückt. Der Gartenraum in einem Krankenhaus erfährt neue Aufmerksamkeit. Dies bietet viele neue Chancen für den Gartenbau als auch für die Medizin. Die Deutsche Gartenbau Gesellschaft wird das Thema weiter voranbringen.
Symposium „Unsere Zukunft liegt im Garten“
Vom 1. bis 3. September findet in Berlin das Symposium „Unsere Zukunft liegt im Garten“ statt. Renommierte Experten wie Chris Raeburn vom Phoenix Garden in London, Christian Wandscher, Geschäftsführer Park der Gärten Bad Zwischenahn, und Renate Cervinka von der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik Wien konnten für das Symposium gewonnen werden.
Programmübersicht
- Freitag, 1. September 2017, 18.00 Uhr: Meet & Greet, Ausstellungseröffnung mit Veranstaltern, Wettbewerbsteilnehmern & Publikum; Kurzpräsentation der nominierten Projekte und Ausstellungsrundgang, anschließend Buffet.
- Samstag, 2. September 2017, 9.30 - 15.00 Uhr: Fachsymposium.
- Samstag, 2. September 2017, 16.00 Uhr: Verleihung des European Award for Ecological Gardening 2017.
- Sonntag, 3. September 2017, 10.00 - 13.00 Uhr: Exkursion auf die IGA Berlin 2017.

