Städtisches Grün als Klimaanpassungsstrategie gegen Starkregen

Die Grüne Stadt

Städtische Grünanlagen können eine doppelte Funktion erfüllen: Sie tragen zum Hochwasserschutz bei und wirken gleichzeitig dem Klimawandel entgegen. Dies reduziert die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse und schützt Städte vor den Folgen von Starkregen.

Grünflächen als Schutz vor extremen Wetterereignissen

Die zunehmende Häufigkeit extremer Wetterereignisse, insbesondere von Starkregen, stellt Städte vor große Herausforderungen. Städtische Grünanlagen können hierbei eine doppelte Funktion erfüllen: Sie tragen zum Hochwasserschutz bei und wirken gleichzeitig dem Klimawandel entgegen, wodurch die Wahrscheinlichkeit extremer Wetterereignisse reduziert werden kann.

Regionale Extremwetterereignisse wie Hitze, Sturm und Starkregen belasten nicht nur Menschen, sondern führen auch zu ansteigenden Wasserständen, Überschwemmungen und Bodenerosion. Jüngste Beispiele zeigen die Auswirkungen: Im Landkreis Hildesheim fielen innerhalb kurzer Zeit 40 Liter Wasser pro Quadratmeter, in Nordhessen wurden Straßen überschwemmt und Keller geflutet. Auch der Frankfurter Flughafen meldete Flugausfälle und Verspätungen.

Klimaforscher prognostizieren eine Zunahme regionaler Starkregenereignisse. Eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimaforschung (PIK) und des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass sich die jährliche Schadenssumme von derzeit 500 Millionen Euro ohne entsprechende Gegenmaßnahmen vervielfachen könnte.

Hochwasser ist auch die Folge ökologischer Sünden, deshalb sind wachsende Städte und Kommunen und die damit einhergehende Versiegelung von Flächen für diese Ereignisse mitverantwortlich.

Dies betont Eiko Leitsch, Vizepräsident des Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL).

Hochwasserschutz durch Entsiegelung

Bei Starkregenereignissen mit über 100 Litern pro Quadratmeter sind städtische Kanalisationen oft überlastet. Die Folgen sind überflutete Keller, Straßen und schwimmende Autos. Natürlicher, vorbeugender Hochwasserschutz durch Grünflächen und Gründächer kann hier Abhilfe schaffen. Vegetationsräume und Versickerungsflächen wie Parks oder Stadtwälder dienen als wichtige Wasserspeicher und helfen, Überschwemmungen zu verhindern.

Besonders die Entsiegelung asphaltierter und betonierter Flächen ist eine wichtige Maßnahme, um die natürliche Versickerung und Verdunstung von Regenwasser zu reaktivieren, die Kanalisation zu entlasten und den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu schützen.

Der Vizepräsident weist darauf hin, dass in Deutschland täglich etwa 63 Hektar Land versiegelt werden. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung empfahl, die Flächeninanspruchnahme bis 2020 auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Langfristig wird ein Netto-Null-Ziel angestrebt.

Wetterrisiken entgegensteuern

Städtisches Grün bietet eine vergleichsweise kostengünstige Alternative, um den Auswirkungen des Klimawandels entgegenzuwirken. Pflanzen und Grünflächen können Niederschläge zurückhalten und somit die Kanalisation entlasten, was zur Reduzierung von Extremwetterereignissen beitragen kann. Darüber hinaus binden Pflanzen Kohlenstoff aus der Atmosphäre und reduzieren Feinstaubemissionen.

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