Artenvielfalt im Fokus: Der Themengarten auf der Gartenschau Lindau
Auf der Gartenschau in Lindau, die vom 20. Mai bis 26. September 2021 stattfindet, präsentieren Landschaftsgärtner das Thema Artenvielfalt. Der Themengarten „Biodiversität im Garten“ wird von Auszubildenden im Garten- und Landschaftsbau errichtet. Nach Fertigstellung soll er Eigenheimbesitzern aufzeigen, wie sie in ihrem Garten zum Schutz und Erhalt von Flora und Fauna beitragen können.
Der Bau des Themengartens erfolgt durch angehende Landschaftsgärtner in Ausbildung beim Fachbetrieb Garten- und Landschaftsbau Weißmüller aus Berg bei Neumarkt in der Oberpfalz. Unterstützung leistet die Firma Herrhammer – Gärtner von Eden aus Heimenkirch, die sich ebenfalls mit dem Mustergarten „Birkenflüstern“ an der Gartenschau beteiligt. Die Gesamtverantwortung und Koordination des Gemeinschaftsprojekts obliegt dem Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Bayern (VGL Bayern).
„Wir nutzen unser Engagement in Lindau, um unseren Auszubildenden praktische Fertigkeiten im Terrassen-, Mauer- und Wegebau zu vermitteln. Neben den Erkenntnissen hinsichtlich den Steinarbeiten vertiefen wir natürlich auch deren Know-how rund um die Pflanze. Dabei werden insbesondere die Aspekte berücksichtigt, die dem Artenschutz dienen“, erläutert Landschaftsgärtner-Technikerin Vivian Weißmüller.
Die Planung des Themengartens berücksichtigte zwei Gestaltungsansätze. Ein rund konzipierter Bereich spricht Naturliebhaber an, während der klassisch angelegte Teil ordnungsliebende Gartenbesitzer anspricht. Beim Betreten des Gartens empfangen eine Duftesche und eine Totholzhecke, die als Rückzugsort für Insekten und Säugetiere dient, die Besucher.
Ein Weg führt links in den organisch angelegten Bereich zu einer Staudenbepflanzung. Ein Pflasterweg schlängelt sich durch eine Blumenwiese und vorbei an einer Blasenesche, bevor er an einer Terrasse endet. Daneben befindet sich ein Steinhaufen aus Findlingen für sonnenhungrige Tiere. Rechts begleitet eine Hainbuchenhecke den Gang in den geometrisch angelegten Gartenteil. Neben einer Müllcontainerbox mit Dachbegrünung leiten Trittsteinplatten über eine Kräuterrasenfläche zu einer weiteren Terrasse aus Naturstein. Dieser Platz wird von einer begrünten Trockenmauer und einem Quellstein mit Wasserpflanzen als Feuchtzone eingerahmt. Ein Sommerflieder und weitere Stauden ergänzen die beiden Gartenbereiche.
Ein Staketenzaun aus Kastanienholz bildet die natürliche Abgrenzung. Wurzelstöcke dienen als Sonnenplatz, Versteckmöglichkeit und Nahrungsquelle für Insekten und Reptilien. Nach Abschluss der Bautätigkeiten soll die Ausstellungsfläche „Biodiversität im Garten“ aufzeigen, wie Artenschutz auf kleinem Raum umgesetzt werden kann. Dies bietet Vorteile für Eigenheimbesitzer, da das blühende Leben ein besseres Mikroklima schafft und Bienen, Hummeln sowie Schmetterlinge anzieht. Insektensummen und Vogelgezwitscher tragen zu einer besonderen Wohlfühlatmosphäre bei.
„Insgesamt soll der Mustergarten, mit seiner in allen Farben und Formen aufwartenden Blütenpracht, ein Fest für Pflanzen, Tiere und Menschen werden. Eine durchaus herausfordernde Aufgabe für unsere Auszubildenden“, fasst Weißmüller zusammen.
Das Projekt in Lindau verdeutlicht die Vielseitigkeit der Ausbildung im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau). Die Arbeitsinhalte und Aufgabenfelder, von der Planung bis zur fertigen Außenanlage, sind abwechslungsreich und breit gefächert. Dies macht den Beruf für junge Menschen attraktiv, die sich bewusst gegen einen Büro-Job entscheiden möchten.
„Wer ein gutes Naturverständnis, Freude am Umgang mit Pflanzen, handwerkliches Geschick, technisches und kaufmännisches Verständnis sowie einen Sinn für Farben und Formen hat, ist durchaus geeignet und bringt notwendige Eigenschaften für eine Ausbildung mit“, erklärt Laura Gaworek, Referentin für Nachwuchswerbung beim VGL Bayern.
Die Ausbildung zum Gärtner der Fachrichtung Garten- und Landschaftsbau dauert in der Regel drei Jahre und schließt mit der Prüfung zum „Landschaftsgärtner“ ab. Eine Verkürzung der Ausbildungsdauer ist unter Umständen bei einer abgeschlossenen Berufsausbildung, Fachhochschulreife oder Abitur möglich. Die Ausbildung erfolgt im dualen System, ergänzt durch spezielle Inhalte in der überbetrieblichen Ausbildung. Erfolgreiche Absolventen haben gute berufliche Perspektiven und vielseitige Karrierewege, da Experten der Grünen Branche gefragt sind.