Bestandsentwicklung und Verbreitung des Feldhamsters in Deutschland
Die Statusberichte liefern Informationen zu Vorkommen, Bestandsentwicklung und Gefährdungsursachen sowie zu Schutzmaßnahmen. Aktuell gibt es in Deutschland vier große Verbreitungsschwerpunkte des Feldhamsters: in Mitteldeutschland, im Rhein-Main-Gebiet, in Franken und im südwestlichen Nordrhein-Westfalen.
In neun der elf berücksichtigten Bundesländer ist die Bestandsentwicklung negativ, unabhängig von der jeweiligen Bestandsgröße. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird der Bestand derzeit mit null angegeben, was die Experten zu der Annahme führt, dass der Feldhamster dort ausgestorben ist. In den 1990er Jahren wurden in diesen beiden Bundesländern noch Feldhamster gemeldet.
Lediglich in Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz wird die Bestandsentwicklung als halbwegs stabil eingeschätzt. Experten gehen jedoch davon aus, dass der Feldhamster auch in Rheinland-Pfalz ohne entsprechende Schutzmaßnahmen innerhalb von etwa zehn Jahren aussterben wird.
Ursachen der zunehmenden Gefährdung
Gefährdungsursache Nummer eins ist die Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutzung. Dies geht auch aus allen Länderberichten hervor.
Dies erklärte BfN-Präsidentin Prof. Beate Jessel. Der Feldhamster ist auf die Agrarlandschaft angewiesen, da er dort steppenartige Lebensräume findet, in denen er seine Erdhöhlen gräbt und Nahrung sucht. Die moderne Landwirtschaft erntet jedoch immer früher und fast restlos, wodurch dem Feldhamster nicht nur Deckung und Schutz vor Feinden, sondern auch ausreichend Nahrung für die Überwinterung fehlt. Zusätzlich tragen die zunehmende Isolation und Zerschneidung der Lebensräume zur Gefährdung des Nagers bei.
Forderungen und Schutzmaßnahmen für den Feldhamster
Die Experten fordern, dass in allen Bundesländern mit Feldhamstervorkommen umgehend Aktionspläne für die Art aufgestellt und konkrete Schutzmaßnahmen umgesetzt werden, sofern dies noch nicht geschehen ist.
Die Umsetzung dieser Forderungen ist von größter Bedeutung für den Schutz des vom Aussterben bedrohten Nagers.
Der Feldhamster steht zudem für eine Agrarlandschaft, die noch ein Mindestmaß an Strukturen und Fruchtfolgen aufweist. Sein Schutz kommt daher auch vielen weiteren gefährdeten Arten der heimischen Feldflur zugute, darunter Rebhuhn, Feldlerche und Feldhase.
