Naturstein: Vom Steinbruch bis zur Gartenanlage
Europa verfügt über reiche Vorkommen an Granitgesteinen. Diese haben sich im Straßenbau und im öffentlichen Bereich aufgrund ihrer Beständigkeit gegenüber Umwelteinflüssen und Salzbelastung als vorteilhaft erwiesen. Im Vergleich zu Beton weisen Natursteine wie Granit oder Muschelkalk einen deutlich geringeren Energieverbrauch pro Kubikmeter auf. Die Energie, die für die Betonproduktion benötigt wird, übersteigt den Aufwand für Abbau und Transport von Naturstein innerhalb Europas.
In Deutschland gibt es Steinbrüche und Sägebetriebe, die Sandstein, Kalkstein und Schotter abbauen, bearbeiten und vertreiben. Im Natursteinbruch werden große Steinblöcke entnommen. Diese werden in Sägebetrieben zunächst zu Platten und anschließend auf die gewünschten Maße zugeschnitten. Bei Bedarf werden die Oberflächen bearbeitet. Für den Außenbereich ist die Rutschfestigkeit ein wichtiges Kriterium. Um diese auch bei Nässe zu gewährleisten, werden Oberflächen beispielsweise durch Kugelstrahlen aufgeraut. Das Material gelangt dann zum Händler und wird vom Landschaftsgärtner im Hausgarten verbaut, wo es über Jahrzehnte hinweg seine Funktion erfüllt und ästhetisch wirkt.
Veränderung und Pflege von Naturstein im Außenbereich
Natursteine verändern ihr Aussehen im Laufe der Zeit durch Nutzung und Umwelteinflüsse. Besonders in Schattenbereichen können sich Laub, Moos oder Algen ansammeln. UV-Licht hemmt das Algenwachstum, weshalb dasselbe Material an verschiedenen Stellen einer Terrasse unterschiedliche Erscheinungsbilder aufweisen kann.
Zur Reinigung von Granit kann eine 5:1 verdünnte Essigsäure verwendet werden. Nach einer Einwirkzeit von etwa 30 Minuten muss die betroffene Stelle kräftig abgeschrubbt werden.
Beim ersten Mal punktuell an einer wenig sichtbaren Stelle ausprobieren. Hat es nicht funktioniert, kann stufenweise die Säure erhöht werden. Aber vorsichtig und nicht zu viel!
Kalkstein ist säureempfindlich. Hier sollte die Einwirkzeit auf wenige Minuten reduziert und sofort mit Wasser abgeschrubbt werden, oder es sind alternative Reinigungsmittel zu verwenden. Eine erhöhte Wassertemperatur, wie sie bei einem Dampfreiniger erreicht wird, ist hier vorzuziehen. Ein hoher Wasserdruck entfernt zwar Grünbelag und Schmutz, kann aber die Poren erweitern und die Rauheit erhöhen, was eine erneute Anhaftung von Schmutz und Algen begünstigt.
Nach der Reinigung ist die Oberflächenbehandlung des Natursteins wichtig. Naturstein kann imprägniert werden, ähnlich wie Leder. Öle oder in Wasser gelöste Silikone verschließen die Poren und schützen das Material vor eindringendem Schmutz oder Algen. Ohne diese Behandlung ist eine erneute Reinigung bald erforderlich. Offenporigere Gesteine sind schwieriger sauber zu halten. In solchen Fällen kann eine Begrünung von Mauern mit Kletter- oder Hängepflanzen eine Option sein, um unschöne Stellen zu kaschieren und der Mauer einen natürlicheren Charakter zu verleihen.
