Spezifische Immuntherapie bei Heuschnupfen: Start während des Pollenflugs möglich

Allgemeines

Eine spezifische Immuntherapie (SIT) mittels Tablette kann bei Heuschnupfen bereits während der Gräserpollenflugsaison begonnen werden. Eine Anwendungsbeobachtung von ALK aus dem Jahr 2010 bestätigt die gute Verträglichkeit und bietet Vorteile für Betroffene.

Vorteile der SIT für Berufstätige im Freien

Personen, die berufsbedingt viel Zeit im Freien verbringen und unter Heuschnupfen leiden, können eine spezifische Immuntherapie (SIT) mittels Tablette bereits während der Gräserpollenflugsaison beginnen. Dies geht aus den Ergebnissen einer Anwendungsbeobachtung hervor, die 2010 mit einer Gräser-Impf-Tablette von ALK durchgeführt wurde. An dieser Beobachtung nahmen 662 Personen teil.

„Vor allem Menschen, die sich aus beruflichen Gründen viel draußen aufhalten, wie Landwirte, Förster, Bauleute oder Dachdecker, dürften besonders davon profitieren.“

Dies kommentierte Dr. Jan Alexander Schwab aus München, der die Anwendungsbeobachtung medizinisch begleitete. Bisher war ein intrasaisonaler Therapiebeginn mit einem Spritzenpräparat des Herstellers möglich. Die Untersuchung zeigte, dass die Gräser-Impf-Tablette auch bei einem Start während der Pollensaison gut verträglich ist.

„Ein Therapiestart zur jetzigen Hauptzeit des Leidens könnte den Betroffenen einen großen Vorteil bieten. Denn auf Basis der aktuellen Datenlage könnten sie mit der Behandlung in Form von Tabletten beginnen, wenn ihr Leidensdruck am höchsten ist.“

Laut Dr. Schwab könnte die Motivation der Patienten, eine kausale Therapie zu beginnen, in der Leidenszeit höher sein als nach dem Abklingen der Beschwerden in der pollenfreien Jahreszeit. Er merkt an, dass viele Patienten ihren Vorsatz zur kausalen Behandlung vergessen, sobald die Beschwerden nachlassen.

Gräserpollenallergie und ihre Folgen

Die Hauptsaison der Gräserpollenallergie erstreckt sich von Mai bis September. Rund neun Millionen Menschen in Deutschland sind von Symptomen wie tränenden Augen und Fließschnupfen betroffen, was ihre Lebensqualität stark beeinträchtigt. Eine unbehandelte Gräserpollenallergie kann das Risiko für weitere Sensibilisierungen erhöhen und führt zu einem achtfach höheren Risiko, ein allergisches Asthma zu entwickeln. Dabei verlagern sich die Beschwerden von den oberen Atemwegen auf die Bronchien, was sich zu einem ganzjährigen Asthma bronchiale ausweiten kann.

Die spezifische Immuntherapie als ursächliche Behandlung

Die spezifische Immuntherapie (SIT), beispielsweise in Form der Gräser-Impf-Tablette, ist die einzige Methode, die Ursache der Allergie zu behandeln und Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Tablette wirkt ähnlich einer Impfung, indem sie das Immunsystem schrittweise an die Pollenallergene gewöhnt. Ziel ist es, die Fehlreaktion des körpereigenen Abwehrsystems umzulencken. Die Tablette muss über einen Zeitraum von drei Jahren täglich eingenommen werden. Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betrachtet die spezifische Immuntherapie als die einzige Behandlungsform, die den Verlauf allergischer Erkrankungen positiv beeinflussen und in vielen Fällen Allergien heilen kann.

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