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Grün- und Außenanlagen als Erfolgsfaktor für Wohnimmobilien

Grün- und Außenanlagen sind entscheidend für den Vermietungserfolg von Wohnimmobilien. Eine Studie des BGL zeigt, dass ihre Bedeutung stetig zunimmt und die Investitionsbereitschaft der Wohnungswirtschaft steigt. Dies bietet neue Chancen für den Garten- und Landschaftsbau.

Die wachsende Bedeutung von Grünflächen für den Vermietungserfolg

Die Gestaltung von Grün- und Außenanlagen nimmt eine zentrale Rolle für den Vermietungserfolg von Wohnimmobilien ein. Ihre Bedeutung wird als vergleichbar mit der Qualität von Wohnung und Gebäude sowie der Sozial- und Infrastruktur eingeschätzt und rangiert direkt hinter der Miethöhe.

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) sieht in dieser Entwicklung eine Chance für den Garten- und Landschaftsbau, die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft zu intensivieren. Eine vom BGL beauftragte Studie des Bochumer Instituts InWis Forschung & Beratung untersuchte die Nachfrage der Wohnungswirtschaft nach Leistungen des Garten- und Landschaftsbaus. An der Umfrage im April/Mai 2012 beteiligten sich Funktionsträger aus 204 Wohnungsunternehmen.

Steigende Investitionsbereitschaft in Grünanlagen

Professor Dr. Volker Eichener stellte die Studienergebnisse vor und betonte, dass die Bedeutung von Grünflächen für den Vermietungserfolg zunimmt und sich zu einem strategischen Thema entwickelt hat. Der Wettbewerb um Mieter führt dazu, dass der Trend zum reinen Kostensparen abnimmt und Nachhaltigkeit stärker in den Fokus rückt. 55 Prozent der befragten Wohnungsunternehmen erwarten eine steigende Bedeutung der Gestaltung von Grün- und Außenflächen in der Zukunft, während nur ein Prozent von einer sinkenden Bedeutung ausgeht.

Vor diesem Hintergrund prognostizieren 26 Prozent der Wohnungsunternehmen eine Erhöhung ihres Ausgabenvolumens für GaLaBau-Leistungen in den Jahren 2012 und 2013. Lediglich zehn Prozent rechnen mit einer Reduzierung der Ausgaben. Aktuell investieren Wohnungsunternehmen durchschnittlich 158 Euro pro Wohneinheit und Jahr in Grün- und Außenanlagen. Davon entfallen 77 Euro auf Pflege, 28 Euro auf Instandhaltung, 49 Euro auf Modernisierung oder Neuanlage im Rahmen einer Aufwertungsstrategie und drei Euro auf sonstige Posten.

Kleinere Wohnungsunternehmen geben tendenziell mehr für Grünflächen aus (etwa 190 bis 200 Euro pro Wohneinheit jährlich) als größere Unternehmen (rund 110 bis 120 Euro pro Wohneinheit jährlich).

Intensivere Kooperation mit der Wohnungswirtschaft angestrebt

Die Studie zeigt uns, dass im schärferen Wettbewerb um Mieter offenbar immer mehr Unternehmen der Wohnungswirtschaft die Bedeutung von Grün fürs eigene Image und für das Image des Quartiers erkennen. Von den Mietern werden qualitätsvoll gestaltete und fachgerecht gepflegte Grün- und Außenanlagen mittlerweile für genauso wichtig gehalten wie die Wohnungsausstattung selbst.

So Eiko Leitsch, Vizepräsident des BGL. Der Garten- und Landschaftsbau möchte die wachsende Nachfrage nach Wohnungen mit grünem Umfeld nutzen, um die Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft zu intensivieren.

Bedeutung von Hauseingangsbereichen und funktionalen Grünflächen

Professor Dr. Volker Eichener hob hervor, dass aus Sicht der Umfrageteilnehmer eine ordentliche und gepflegte Gestaltung des Hauseingangsbereichs von herausragender Bedeutung ist. Darauf folgen die Sauberkeit der Grün- und Freiflächen sowie eine attraktive Gestaltung und Funktionalität. Grünanlagen sind gleichermaßen wichtig für die Gewinnung neuer Mieter, die Bindung bestehender Mieter, die Wertsicherung des Objekts und die Ansprache spezifischer Zielgruppen.

Neben diesem Trend sieht Eichener mittel- und langfristig Potenzial für den Garten- und Landschaftsbau in der zielgruppenspezifischen Funktionalität von Außenanlagen, beispielsweise für Senioren, Familien und "Best Ager".

Wohnungswirtschaft setzt auf lokale GaLaBau-Betriebe

Die Studie zeigt, dass 96 Prozent der Wohnungsunternehmen mit lokalen Garten- und Landschaftsbau-Betrieben kooperieren. Lediglich elf Prozent setzen (ausschließlich oder zusätzlich) auf überregional tätige Allround-Dienstleister. Die Vergabe von Leistungen an Fachbetriebe ist hoch:

  • Konzeption, Planung und Ausschreibung: 67 Prozent bei Neuanlagen, 63 Prozent bei Modernisierungen, jeweils 40 Prozent bei Instandhaltung und Pflege.
  • Ausführung der Arbeiten: 90 Prozent bei Neuanlagen, 86 Prozent bei Modernisierungen, 74 Prozent bei Instandhaltung und 68 Prozent bei Pflege.

Bei der Auswahl von Gründienstleistern sind für 94 Prozent der Wohnungsunternehmen die Qualität und für 89 Prozent der Preis ausschlaggebend. Ausschreibungsverfahren zur Grünpflege werden zu 60 Prozent durch das Auslaufen bestehender Verträge und zu 39 Prozent durch die Feststellung von Vernachlässigungen der Verkehrssicherungspflichten ausgelöst. GaLaBau-Fachbetriebe können durch die aktive Überprüfung der Verkehrssicherheit von Grün- und Freianlagen weiteres Marktpotenzial erschließen.

Im Bereich der Überprüfung der Verkehrssicherheit von Grünanlagen oder im Hinblick auf neue Gestaltungsmöglichkeiten für leicht zu pflegende grüne Freiflächen sowie bei der kreativen hochwertigen Gestaltung der grünen Wohnumgebung sind die GaLaBau-Fachbetriebe kompetente Ansprechpartner. Das Ergebnis der Studie gibt uns wichtige Impulse, unsere Kooperation mit der Wohnungswirtschaft erfolgreich auszubauen.

So BGL-Vizepräsident Leitsch.

17.07.2012

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