Herausforderungen für die Gewässerqualität in Deutschland
Deutschland verfügt über umfangreiche Wasserressourcen. Nach Angaben des Umweltbundesamtes stehen jährlich rund 188 Milliarden Kubikmeter Wasser für verschiedene Nutzergruppen wie private Haushalte, Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft zur Verfügung. Trotz dieses Angebots ist die Wasserqualität in vielen Bereichen beeinträchtigt. So erfüllen 82 Prozent der etwa 9.900 Oberflächenwasserkörper, darunter Seen und Flüsse, nicht die Vorgaben der aktuellen EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).
Auch bei den deutschen Grundwasservorkommen entspricht mehr als ein Drittel nicht den europäischen Umweltzielen für eine gute Wasserqualität. Diese Daten gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis90/Die Grünen hervor. Die ursprünglich für Ende 2015 gesetzten Fristen zur Erreichung der Werte der im Jahr 2000 verabschiedeten EU-Richtlinie konnten nicht eingehalten werden.
Infolgedessen mussten Ausnahmeregelungen wie Fristverlängerungen oder die Festlegung weniger strenger Umweltziele in Anspruch genommen werden. Insbesondere hohe Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft erfordern einen erhöhten Aufwand, um die Grenzwerte bei der Trinkwasseraufbereitung einzuhalten. Eine im Dezember 2015 beschlossene Novellierung der Düngeverordnung soll hier Abhilfe schaffen.
Risikominimierung bei wassergefährdenden Stoffen
Die Bundesregierung äußert in ihrer Stellungnahme Zweifel, ob allein durch die Gesetzesänderung der von der EU geforderte „gute ökologische Zustand“ der Gewässer erreicht werden kann. Daher ist es von Bedeutung, alle potenziellen Risiken für die Wasserqualität zu identifizieren und zu minimieren. Verunreinigungen können nicht nur von landwirtschaftlich genutzten Flächen ausgehen, sondern auch dort, wo wassergefährdende Stoffe gelagert und verwendet werden.
Technisches Versagen oder Unachtsamkeiten können zum Austritt von Stoffen wie Öl, Lösemitteln, Laugen oder Salzen führen. Bereits geringe Mengen solcher Substanzen können Grundwasser und andere Gewässer großflächig unbrauchbar machen. Unternehmen, die an ihren Standorten mit solchen Stoffen umgehen, sollten daher für die Betreuung ihrer Tankanlagen ausschließlich zertifizierte Fachbetriebe nach Wasserrecht beauftragen.
Der Bundesverband Behälterschutz e. V. (Freiburg) weist darauf hin, dass die Fachkompetenz und die wasserrechtliche Zulassung von Betrieben am RAL-Gütezeichen Tankschutz und Tanktechnik erkennbar sind. Dieses Gütezeichen dient nicht nur dem Schutz der Gewässer vor Belastungen, sondern bewahrt auch Anlagenbetreiber vor kostspieligen Schadensregulierungen. Alle mit dem RAL-Gütezeichen ausgezeichneten Tankschutz-Fachbetriebe sind online verzeichnet.
