Naturschutz

Grüne Ränder für blaue Bänder: Bayerns Gewässer-Aktionsprogramm

Das Bayerische Umweltministerium feiert sein 50-jähriges Bestehen und kündigt ein umfassendes Gewässer-Aktionsprogramm an. Mit 2 Milliarden Euro sollen Hochwasser- und Artenschutz vereint sowie die Ökologie der Flüsse gestärkt werden.

Jubiläum und Ausblick des Umweltministeriums

Das Bayerische Umweltministerium feierte am 8. Dezember 2020 sein 50-jähriges Bestehen. Anlässlich dieses Jubiläums dankte Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber am 4. Dezember in München der Umweltverwaltung für ihre Arbeit.

Das Umweltministerium ist seit 50 Jahren die Werbeagentur für Bayerns Umwelt. Hier wird und wurde Großes geleistet.

Glauber hob historische Meilensteine hervor, darunter die Gründung der ersten beiden deutschen Nationalparks im Bayerischen Wald (1970) und in Berchtesgaden (1978) sowie den Erlass des Alpenplans (1972). Aktuelle Projekte umfassen das „Volksbegehren Plus“, das erste Bayerische Klimaschutzgesetz mit Maßnahmenpaket, das Projekt Wasserzukunft 2050, die Erweiterung des Nationalparks Bayerischer Wald und den Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest.

Der Minister betonte die Bedeutung des Natur- und Umweltschutzes:

Ich sehe heute drei große Existenzthemen: Klimawandel meistern, Artenvielfalt erhalten und Wasserversorgung sichern. Sie sind in einer schicksalhaften Wechselwirkung miteinander verknüpft. Diese Herausforderungen müssen wir langfristig und mit klaren Schwerpunkten angehen.

Anfang 2021 wird ein neuer Klimareport für Bayern vorgelegt, um regionale Folgen des Klimawandels aufzuzeigen. Zudem soll eine neue Kompensationsplattform für den Ausgleich von CO2-Emissionen ihre Arbeit aufnehmen. Ein zentrales Vorhaben ist der Start des neuen Gewässer-Aktionsprogramms im Jahr 2021.

Das Gewässer-Aktionsprogramm im Detail

Glauber kündigte an, Hochwasser- und Gewässerschutz mit dem Artenschutz zu vereinen, was er als gelebten Klimaschutz bezeichnete. Das Programm sieht ein Volumen von 2 Milliarden Euro über die kommenden zehn Jahre vor. Bis Ende 2030 soll für zusätzlich rund 150.000 Menschen der Grundschutz vor einem 100-jährlichen Hochwasser hergestellt werden. Das Jahr 2021 wird zum Jahr der Flüsse und Bäche erklärt, um „blühende Bänder durch das Land zu ziehen“ und „grüne Ränder für blaue Bänder“ zu schaffen.

Das Programm basiert auf drei Säulen:

  1. Schutz der Menschen vor Hochwasser
  2. Stärkung der Ökologie
  3. Sozialfunktion

Das größte Einzelprojekt im Hochwasserschutz ist der sanfte Donauausbau. Ergänzend sollen der Hochwasserschutz in der Fläche und an kommunalen Gewässern gestärkt sowie das Staustufenmanagement an Flüssen optimiert werden. Neue Starkregen-Gefahrenkarten sollen die Kommunen unterstützen.

Ökologischer Mehrwert und Renaturierung

Ein Kernstück des Programms ist der ökologische Mehrwert. Ziel sind renaturierte und ökologisch funktionsfähige Fließgewässer und Auen sowie eine verbesserte Vernetzung der Lebensräume. Durch Deichrückverlegungen und die Renaturierung von Auen entstehen in rund zwei Dutzend Projekten an fünf Flüssen, darunter Donau, Isar und Lech, neue hochwertige Gesamtflächen von 2.300 Hektar.

Gewässerrandstreifen und Uferstreifen sollen die natürliche Vielfalt entlang der Gewässer fördern. Ab 2021 werden vorbildliche Maßnahmen zum Schutz der Natur und Artenvielfalt auf Flächen im Eigentum der Wasserwirtschaftsverwaltung umgesetzt. Dies betrifft bayernweit rund 60.000 Hektar, was etwa der doppelten Fläche der Stadt München entspricht. Zudem wird eine Arbeitshilfe für die naturnahe Deichpflege bereitgestellt, um über 1.000 Kilometer Deiche in Bayern naturschutzfachlich zu optimieren.

Im Bereich der Sozialfunktion liegt der Fokus darauf, die Bedeutung der Gewässer für den Menschen hervorzuheben und bei neuen Projekten systematisch zu berücksichtigen, sei es als Erholungsflächen oder für Naturerlebnisse.

07.12.2020

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