EU-Konferenz beleuchtet Biodiversität als globale Aufgabe
Die diesjährige Green Week der EU-Kommission in Brüssel, die größte jährliche Konferenz zum europäischen Umweltschutz, stand unter dem Motto „Biodiversität“. Dies entsprach der Ausrufung des Jahres 2010 durch die Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt.
Für den Zentralverband Gartenbau (ZVG) nahm Rechtsanwalt Stephan Jürgenliemk, zuständig für Europaangelegenheiten, an der Konferenz teil. Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen betonte in seiner Eröffnungsrede, dass der Verlust an Artenvielfalt neben dem Klimawandel eine der größten Herausforderungen unserer Zeit darstelle, die engagiert angegangen werden müsse.
Hierfür sei es notwendig, das Bewusstsein für die Bedeutung des Themas zu schärfen, es stärker in politisches Handeln zu integrieren und finanziell besser zu fördern. Röttgen wies darauf hin, dass die intensive Landwirtschaft einen bestimmenden Einfluss auf den Zustand der Natur habe, gleichzeitig dürfe ihr Beitrag zum Erhalt biologischen Reichtums durch die Schaffung von Kulturlandschaften nicht unterschätzt werden. In 30 Veranstaltungen beleuchteten Wissenschaftler, Politiker und Praktiker die vorwiegend anthropogenen Bedrohungen der biologischen Vielfalt.
Landwirtschaft und Artenschutz
Als globale Ursachen für den Rückgang der Artenvielfalt wurden die Sicherstellung der Ernährung für eine wachsende Weltbevölkerung sowie die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen genannt. Diese Faktoren führten zum Rückgang der Wälder und hätten vielfältige Auswirkungen auf die Artenvielfalt. Die Landwirtschaft wurde von Wissenschaftlern als eine der größten Bedrohungen für die Artenvielfalt identifiziert.
Als Lösungsansatz wurde vorgeschlagen, die Landwirtschaft verstärkt in Natur- und Artenschutzaufgaben einzubeziehen. Die Neuausrichtung der Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2013 biete hierfür eine Gelegenheit. Demnach sollten öffentliche Gelder nur noch die Schaffung öffentlicher Güter, wie die Mitwirkung am Umwelt- und Artenschutz, unterstützen.
Peter Kendall, Vizepräsident von COPA, mahnte, dass auch die Bereitstellung qualitativ hochwertiger und preiswerter Lebensmittel ein förderungswürdiges öffentliches Gut sei. Beim Streben nach Vereinbarkeit der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse und Biomasse mit dem Schutz der Artenvielfalt dürfe die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft nicht aus den Augen verloren werden.
Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), hob die Maßnahmen des deutschen Gartenbaus zum Erhalt der Artenvielfalt hervor. Er nannte Entente Florale Deutschland als ein beispielgebendes Projekt zur Förderung der Biodiversität im innerstädtischen Raum. Durch eine umfangreiche gärtnerische Angebotspalette würden zudem genetische Ressourcen gepflegt.