Herausforderungen durch die Trockenheit und effektive Gegenmaßnahmen
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen der letzten Wochen führen zu einem deutlichen Rückgang der Abflüsse in fränkischen Flüssen und Bächen. Gleichzeitig stiegen die Wassertemperaturen in Regnitz und Main zeitweise auf über 25 °C an, was einen Rückgang des Sauerstoffgehalts zur Folge hat. Für den Main besteht derzeit eine Warnung.
Seit dem 8. Mai wird ununterbrochen Wasser aus dem mittelfränkischen Rothsee in die unterhalb gelegenen Flüsse zum Main geleitet. Aktuell beträgt die Überleitungsmenge 13 Kubikmeter pro Sekunde.
Aktuell werden pro Minute 30 Tanklastzüge voll Wasser in den Norden gepumpt. Diese Wassermassen sind eine Lebensversicherung für die Flüsse.
Die Wasserüberleitung stützt zudem die Grundwasservorkommen in Nordbayern und ermöglicht die landwirtschaftliche Beregnung. Während der letzten Trockenphase machte das übergeleitete Wasser 80 bis 90 Prozent des Abflusses der Rednitz südlich von Nürnberg aus. Jährlich können rund 150 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Donauraum nach Nordbayern übergeleitet werden. In den vergangenen 20 Jahren wurden so bereits über 2,4 Milliarden Kubikmeter Wasser nach Nordbayern transportiert, was etwa dem Volumen des Chiemsees entspricht.
Detaillierte Funktionsweise des bayerischen Überleitungssystems
Die Wasserüberleitung erfolgt über zwei voneinander unabhängige Wege. Die Kanalüberleitung transportiert Wasser aus der Altmühl und der Donau über den Main-Donau-Kanal in die Talsperre Rothsee. Von dort wird es, wie aktuell, in die nordbayerischen Flüsse abgegeben.
Sollte der Abfluss in der Donau für eine Entnahme zu gering sein, kommt die Brombachüberleitung zum Einsatz. Hochwasser der Altmühl wird in den Altmühlsee geleitet. Von dort fließt es im freien Gefälle durch den Kleinen Brombachsee in den Großen Brombachsee, wo es zwischengespeichert wird. Bei Bedarf können so weitere 25 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr nach Nordbayern abgegeben werden.
