Grünbrücken-Stopp: Verbände warnen vor Gefahren für Verkehr und Wildtiere

Naturschutz

Umwelt- und Jagdverbände protestieren gegen die Einstellung des Bundesprogramms Wiedervernetzung. Sie fordern die Bundesregierung auf, den Koalitionsvertrag umzusetzen und die Finanzierung von Grünbrücken zu sichern, um Lebensräume zu schützen und die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Dringende Notwendigkeit von Querungshilfen für Wildtiere

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) protestieren gegen die Einstellung des Bundesprogramms Wiedervernetzung. Die Verbände kritisieren die Haltung des Bundesverkehrsministers, den Bau von Grünbrücken und Ortsumgehungen gegeneinander auszuspielen.

Die Organisationen fordern die Bundesregierung auf, den Koalitionsvertrag umzusetzen und das Bundesprogramm Wiedervernetzung in der aktuellen Legislaturperiode finanziell abzusichern. Sie betonen die Notwendigkeit, vergangene Fehler im Straßenbau zu korrigieren, um die Zerschneidung von Lebensräumen zu überwinden und die Lebensqualität zu sichern.

Die Verbände weisen darauf hin, dass über 30.000 konfliktträchtige Straßenabschnitte existieren, die sowohl Wildtiere als auch die Verkehrssicherheit gefährden. Bereits 2009 hatten DJV, NABU und BUND dem Verkehrsministerium Vorschläge für wichtige Standorte von Querungshilfen unterbreitet. Die ersten 18 Grünbrücken wurden mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II realisiert.

Die Finanzierung weiterer Projekte durch das Bundesprogramm Wiedervernetzung sei durch die Streichung unrentabler Vorhaben, wie dem Ausbau der Saale oder überflüssiger Straßenbauprojekte, möglich.

Eine einzige Querungshilfe für Tiere auf 1.000 Kilometer Straße ist deutlich zu wenig. Tiere müssen wandern, um Artgenossen zur Paarung zu finden - sonst droht Inzucht. Beim Rothirsch ist die bereits nachweisbar.

Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass Streckenabschnitte mit mehr als 10.000 Fahrzeugen täglich für große Säugetiere nahezu unüberwindbar sind. Auf Autobahnen fahren täglich bis zu 48.000 Fahrzeuge pro Abschnitt.

Grünbrücken kommen einer Vielzahl von Tierarten zugute. Besonders seltene und gefährdete Arten wie Wolf, Wildkatze und Fischotter profitieren davon, da der Straßenverkehr für sie eine der häufigsten Todesursachen darstellt.

Die Politik muss endlich ihre Versprechen einlösen! Eine Koalition, die ihre eigenen Beschlüsse nicht umsetzt, ist unglaubwürdig. Für einen großräumigen Biotopverbund bedarf es neben Querungshilfen auch grüner Verbundachsen.

NABU, DJV und BUND betonen, dass hohe Lebensqualität, Sicherheit auf den Straßen und der Erhalt der Wildtiere untrennbar miteinander verbunden sind.

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